Keine guten Aussichten für ein großes Inline-Rennen. Pünktlich zum Start der Deutschen Meisterschaften im Doppelmarathon am gestrigen Sonntag in und um Prezelle klarten mit dem Wetter aber auch die Mienen der Verantwortlichen bei der IGAS Wendland auf. Viel Sonne, wenig Wind und angenehme Temperaturen bescherten der Veranstaltung fast optimale Bedingungen. Der Lohn: 673 größtenteils zufriedene Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die DM-Stre-cke sowie den Rennen im Rahmenprogramm und viele Zuschauer an der Strecke vor allem im Zielbereich in Prezelle. Ein neuer Teilnehmerrekord. Und der Streckenrekord bei den Männern wurde ebenfalls geknackt.Allein über 430 Männer und Frauen waren in der DM-Wertung am Start. Der schnellste und damit der Sieger des SKF-Wendland84er 2005 war Patrick Täubrecht von der TSG Aufbau Union Dessau. Er absolvierte die fast 84,4 Kilometer in beachtlichen 2:24:20,1 Stunden. Das entspricht einem Stundenmittel von rund 36 km/h. In den ersten beiden der vier zu absolvierenden 22,7-km-Runden - die erste Runde war durch den Start in Schletau etwas verkürzt - deutete sich bereits ein schnelles Rennen an. »Das war schon hart», berichtete der Sieger später im Interview, der im großen, 35-köpfigen Spitzenpulk mit unterwegs war. In der dritten und vierten Runde nahmen die Ausdauersportler »einige Körner raus», so Täubrecht. Durch mehrere Attacken war das Tempo aber noch immer hoch. Entscheidend absetzen konnte sich niemand.
Erst rund 1000 m vor dem Ziel trennte sich im Schlussspurt die Spreu vom Weizen. Die Topfahrer hatten ihre Positionen gefunden. 500 Meter vor der Zielline in Prezelle zogen die Skater vor rund 250 Zuschauern ihre letzten Trümpfe. Die besten Beine hatte am Ende Täubrecht, der mit nicht einmal einer halben Sekunde Vorsprung vor Oliver Engel (Gülser-Mosel-Skater) und Dirk Hupe (SFC Rheinstetten) über die Zielmatten jagdte und unter dem Beifall der Zuschauer die Arme jubelnd in die Höhe riss. Nach den Plätzen sieben und fünf bei seinen bisherigen Starts beim Wendland84er durfte der 24-Jährige diesmal den Sieg feiern. Und das in einer ganz starken Zeit. Denn seine 2:24:20,1 Std. sind gleichzeitig ein Deutscher Rekord.
Bei den Frauen lieferten sich die Topfahrerinnen ein taktisches und damit langsameres Rennen als in den Vorjahren. Im großen Pulk wurden lange die Kräfte für das Finish gespart. Die Entscheidung im gut 70-köpfigen Starterfeld fiel ebenfalls im Schlussspurt einer kleineren Gruppe. In 2:45:45,75 Std. sicherte sich Franziska Neuling von Blau-Weiß Gera den Sieg vor Simone Kohls (2:45:45,80/ Speed-Team Kiel) und Jenny Berndt (2:45:45,90/Freibuger Turnerschaft). Einige hundert Meter vor dem Ziel hatte es ei-nen Sturz in der Verfolgergruppe gegeben, so dass die Topgruppe im Sprint den Sieg unter sich ausmachte.
Einzige Lüchow-Dannenberger Starterin in diesem Feld war Elke Hasselmann von der IGAS Wendland. Sie absolvierte die 84,4 km in starken 2:59:31,25 Std., was zu Rang 41 in der Gesamtwertung und Platz 6 in der Altersklasse W40 reichte. In der gleichzeitig ermittelten Landesmeisterschaftswertung wurde Hasselmann wie im Vorjahr Erste.
Bei den Männern waren vier Lüchow-Dannenberger Starter, alle von der IGAS Wendland, in der DM-Wertung dabei. Schnells- ter von ihnen war IGAS-Vorsitzender Detlef Boick, der gut aufgelegt war und im Spitzenfeld seiner Altersklasse in 2:38:31 Std. Gesamt-100. und 23. der M40 wurde. Thomas Kraack landete in der gleichen Alterklasse auf Rang 46 (2:59:12,20 Std./Gesamt 180.).
Sogar über einen Deutschen Meistertitel in der erstmals ausgetragenen M70 durfte sich Dieter Starke aus Rehbeck freuen. Er skatete die über 84 Kilometer in 3:04:00,85 Std. (Gesamt 194). Auch Manfred Peters (M70) erhielt wie alle Finisher des DM-Rennens als Anerkennung und Andenken eine bemalte Inline-Rolle. Er benötigte 4:04:39,8 Std. (3. W70).
Weitere Berichte über die Rennen im Rahmenprogramm sowie die Ergebnisse folgen in unserer morgigen Ausgabe.
Bild: Entscheidung im Spurt: Patrick Täubrecht aus Dessau gewann ges-tern den SKF-Wendland-84er in neuer Deutscher Rekordzeit. 2 Aufn.: J. Wohlfeil