Der 24-Jährige vom Stevens-Racing-Team aus Hamburg absolvierte das 33-Kilometer-Einzelzeitfahren durch die Clenzer Schweiz in starken 45:51 Min. mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 43 km/h. Der Sieger war damit zwei Sekunden schneller als Heinz Koslowski aus Bomlitz bei der bisherigen Bestzeit vor zehn Jahren.Fabian Brzezinski setzte aus sportlicher Sicht das Highlight bei der einmal mehr gelungenen Traditionsveranstaltung von der IGAS Wendland, bei der 83 Aktive am Start waren, darunter neun Frauen. Insgesamt war das Teilnehmerfeld bei den Männern gut besetzt. An die Leistungen von Profi-Radsportler Fabian Brzezinski (siehe Extra-Bericht) kam zwar wie erwartet kein anderer Starter heran, doch auch die Hobby-Radler warteten mit guten Leistungen auf.
Und das trotz schwieriger Bedingungen. Denn der Wind stand ungünstig und blies den Sportlern auf dem Rundkurs mit 220 Höhenmetern von Gohlefanz über Clenze und Dalldorf zurück nach Gohlefanz oft ins Gesicht. Zudem präsentiert sich die Strecke, auf der der Große Preis seit 13 Jahren ausgetragen wird, in einem teilweise katas- trophalen Zustand. Kaum mehr für Fahrradfahrer zumutbar, und noch weniger für Radsportler, ist das erste Stück auf der Abfahrt hinter Gohlefanz, auf der die schnellsten Fahrer Geschwindigkeiten von 70 km/h erreichen. Ebenso schlimm ist es auf dem Schlussstück von Quartzau zum Ziel. »Eine einzige Rumpelpiste», konstatierte nicht nur Brzezinski.
Davon ließen er und die anderen Aktiven sich aber nicht beeindrucken. Hinter Sieger und Kreismeister Brzezinski (Altersklasse M20) verbuchte auch Markus Supplie (M30/IGAS) eine persönliche Bestzeit. Er wurde hinter dem Zweitplatzierten, Henry Thiel (MTV Bad Bevensen/M40/50:05 Min.), in 50:21 Min. Dritter der Gesamt- und Zweiter der KM-Wertung. Oliver Meyer (M30) von der IGAS schaffte in 52:18 Min. als Dritter noch den Sprung auf das Siegertreppchen, auch er in ei-ner neuen persönlichen Bestzeit. Knapp dahinter steigerte sich Bernd Martel (M30/Eintracht Clenze) auf 52:37 Min. als viertschnellster Lüchow-Dannenberger.
Bei den älteren und den Nachwuchsfahrern hatten die auswärtigen Starter die Nase vorn. Besonders stark trumpften Robert Weidner (Sieger M17 bis 19/Bevensen) als Gesamtfünfter in 51:25 Min. und Siegfried Leibner (Sieger M50/ESV Wittenberge) als Gesamtzehnter in 53:10 Min. auf.
Bei den Frauen ging der Titel wie im Vorjahr an die frühere Lüchowerin Anne-Elise Kiehn (WSV Clausthal-Zellerfeld). Sie hatte in starken 55:53 Min. genau drei Minuten Vorsprung auf die nächste Verfolgerin. In der Kreismeisterschaftswertung sicherte sich etwas überraschend Ulrike Tiedemann (W30/Eintracht Clenze) Platz eins. Sie verwies in 1:06:01 Std. Christina Bätge (W20/IGAS/ 1:08 Std.) und Silvia Behn (W40/SV Gartow/1:13:12 Std.) auf die Plätze.
Dass es bei dem Rennen nicht nur um schnelle Zeiten, sondern auch ums Mitmachen geht, machten die Organisatoren um Christian Blume von der IGAS Wendland einmal mehr mit der Vergabe des »Großen Preises» deutlich. Die Trophäe in Form eines Pokals für den langsams-ten Teilnehmer, der sich der Herausforderung gestellt hatte, ging diesmal an den Lüchower Jürgen Schulze (M50), der 1:16:58 Std. unterwegs war. »Es macht einfach Spaß, hier dabei zu sein. Das ist immer wieder eine tolle Geschichte», war auch der langsamste Fahrer zufrieden.