Auch seinen Ruf, eine der schnellsten Langstrecken in Deutschland zu sein, hat der Rundkurs über Lomitz, Schletau, Simander, Schweskau, Groß Breese und Lanze nach Prezelle wieder unter Beweis gestellt. Bei den Männern knack-te unter anderem Gesamtsieger Oliver Engel von den Gülser-Mosel-Skatern beim Doppelmarathon über 84,39 km den erst im Vorjahr aufgestellten deutschen Rekord. In 2:23:09,0 Std. war er trotz zeitweiliger Regenschauer noch einmal deutlich über eine Minute schneller als der Sieger 2005. Auch in den anderen Altersklassen sowie bei den Frauen und in den Rahmenwettbewerben über die kürzeren Distanzen (siehe Berichte weiter unten) gab es viele gute Ergebnisse.
Im Fokus stand bei der fünften Auflage des 84ers der Doppelmarathon, bei dem die Deutschen Meister und auch die Landesmeister ermittelt wurden. Allein 302 der insgesamt 524 Starterinnen und Starter absolvierten die über 84 Kilometer lange Strecke.
Wie in den Vorjahren fielen die Entscheidungen sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen im Sprint. Auf dem flachen Kurs wurden auch diesmal wieder alle Ausreißversuche un-terbunden, alle Teams waren aufmerksam. Dennoch war das Tempo hoch, was an der Taktik der Top-Mannschaften lag. Gebummelt wurde nicht. »Wir wollten das Feld gleich am Anfang auseinanderfahren», berichtete Sieger Oliver Engel, im Vorjahr Zweiter, nach dem Rennen. Im Spitzenpulk ging es da-her trotz zeitweise rutschiger Strecke forsch zur Sache, was sich in zwei schnellen ersten Runden bemerkbar machte.
Eine knapp 30-köpfige Spitzengruppe blieb bis zum Renn-ende zusammen. Im Sprint wuchsen Oliver Engel dann gleichsam Flügel. In neuer Rekordzeit rauschte der Sieger der Altersklasse M30 in Prezelle über die Zeitmessmatten, lautstark beklatscht und gefeiert von rund 200 Fans an der Strecke. Nur einen Wimpernschlag von einer Zehntelsekunde lag der Sieger damit vor Michael Puderbach (CJD Homburg), der seinerseits den drittplatzierten Jörg Wecke (Tri-Sport-Lübeck) um eine halbe Zehntelsekunde distanzierte. Obwohl es somit für Puderbach nicht zum Gesamtsieg gereicht hatte, durfte sich der Hombuger dennoch freuen. Er ist als Sieger der Männer-Hauptklasse ebenfalls neuer Deutscher Meister im Doppelmarathon mit ebenfalls neuer Rekordzeit.
Die Lüchow-Dannenberger Aktiven zeigten in der DM-Wertung Biss. Allen voran der 72-jährige Dieter Starke. Mit seinem Team, Tri-Sport-Lübeck, legte der Rehbecker ein beherztes Rennen hin und sicherte sich nach 2005 auch diesmal den Sieg und damit den Deutschen Meistertitel in der Klasse M70. Und das in neuer Rekordzeit von unter drei Stunden. Starke, der von seinem Team in den auffälligen, orangen Trikots optimal unterstützt wurde und kaum Führungsarbeit leisten musste, rollte nach 2:59:43,40 Std. als Gesamt-135. laut jubelnd durchs Ziel und dankte anschließend seinen Helfern. »Ein großes Lob an die Mannschaft, das war super.» In der gleichen Gruppe war auch der Trebeler Thomas Kraack (IGAS Wendland) mit dabei, der in 2:59:43,90 Std. ebenfalls die 3-Stunden-Marke knackte und »vollauf zufrieden» war. Im Gesamtfeld wurde er 140., in seiner Altersklasse M40 51. In der Landesmeisterschaftswertung wurde er Elfter seiner Altersklasse.
Nicht ganz so gut lief es trotz schnellerer Zeit für Organisator Detlef Boick (IGAS/M40). Er skatete zunächst in der Spitzengruppe mit, musste aber nach zehn Kilometern abreißen lassen. In einer anderen Gruppe war der IGAS-Vorsitzender danach leicht unterfordert und konnte es relativ ruhig angehen lassen. In 2:55:41,30 wurde er 120. des Gesamtfeldes und 37. in seiner Altersklasse (Landesmeisterschaft 6. der M40).
Über ein gelungenes Rennen konnte sich Harmen Döpke (IGAS/M60) freuen, der im Vorjahr noch die Marathonstrecke gewählt hatte. Der Senior finishte in guten 3:07:19,80 Std. als 165. des Gesamtfeldes und als siebtschnellster Skater seiner Altersklasse. In der LM-Wertung langte es sogar zu Platz vier. Und auch Mafred Peters als zweitältester Starter durfte sich über 3:53:50,60 Std. und Rang zwei in der M70 freuen. Damit verbesserte er sich im Vergleich zum Vorjahr um fast zehn Minuten. In der LM-Wertung wurde er Erster.
In der Fitnessklasse stellten sich zwei weitere hiesige Starter der Herausforderung und bewiesen Stehvermögen. Der Lemgower Marko Wunsch sowie Ausdauersportler Christian Kra-cke von der IGAS bewältigten die 84,39 km lange Zeit gemeinsam, ehe sich Wunsch in der letzten Runde etwas absetzen konnte. In 3:47:40,60 Std. lag er als 36. der Fittnesswertung (Platz 9 M30) gut drei Minuten und einen Platz vor Kracke (Platz 17 M40).
Bild: Unterstützt von seinen Teamgefährten skatete der Rehbecker Dieter Starke (5. von links/Tri-Sport-Lübeck) zum Sieg in der Altersklasse M70. In 2:59:43,40 Min. knackte er die 3-Stunden-Marke und verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um vier Minuten 5 Aufn.: J. Wohlfeil