Lokalsport


»Strecke hat ihren Reiz»

Brzezinski Sieger beim Einzelzeitfahren Großer Preis von Gohlefanz - Münster neuer Kreismeister

koo Gohlefanz. »Dann gebe ich eben Gas.» Radprofi Fabian Brzezinski vom Stevens-Racing-Team/IGAS Wendland konnte am Sonntag beim 15.

Bild 2103436 Einzelzeitfahren um den Großen Preis von Gohlefanz die Konkurrenz zunächst nicht richtig einschätzen. Einige ihm unbekante Fahrer waren dabei, daher wollte er trotz eines erst am Sonnabend beendeten Urlaubs auf Elba richtig in die Pedalen treten. Und das tat er und siegte in 47:40 Min. auf dem neuen Kurs über 34,7 Kilometer durch die Clenzer Schweiz und einen Teil des Kreises Uelzen in ganz souveräner Manier. Mitfavorit Henry Thiel als Zweiter des Gesamtfeldes hatte in 52:36 Min. schon gehörigen Rückstand, obwohl auch er mit durchschnittlich fast 40 km/h unterwegs war.

Brzezinski lieferte mit diesem starken Auftritt als Gesamtsieger das Highlight einer gelungenen IGAS-Veranstaltung, die mit 102 Teilnehmern nach einigen Jahren der Stagnation wieder eine gute Resonanz erfuhr. Fast problemlos meisterten die Starter den neuen Rundkurs. An den Knackpunkten in Quartzau und Meußließen, wo die ersten Teilnehmer nach der Schleife über Dalldorf den später gestarteten Teilnehmern auf der Strecke begegneten, und an den Abzweigungen sorgten aufmerksame Streckenposten und Aktive ortsansässiger Feuerwehren dafür, dass die Fahrerinnen und Fahrer einfädelten konnten und die Tour unfallfrei verlief. Nur ein Teilnehmer fuhr nach den zwei vorgesehenen Schleifen von Meußließen nach Dalldorf trotz Hinweisen ein drittes Mal auf die Runde und vergab dadurch wohl einen Altersklassensieg, ein weiterer verfuhr sich ebenso. Die Strecke, die 1,7 Kilometer länger und mit 385 Höhenmetern einen Tick anspruchsvoller als der alte Kurs ist, war allerdings nicht einfach zu fahren. Viele Kurven kosteten oft Geschwindigkeit, oft ging es rauf und runter. Ein wenig »gemein» nannte Brzezinski mit anderen Startern die kurvige Strecke, die teilweise schlechte Straßenbeläge und an einigen Stellen sogar Rollsplit aufwies. Aber: Die Stre-cke mit dem Highlight Kaffeemühle kurz hinter Clenze sei schwierig, habe aber ihren Reiz. »Sie ist eine gute Alternative zum Original», bilanzierte beispielsweise IGAS-Fahrer Markus Supplie. Daher war die Stimmung bei den Teilnehmern nach Rennende auch gut, hatte man doch eine neue Herausfordeurng gemeistert. Und: Viele Neulinge waren dabei und bescherten dem Rennen dadurch wieder vermehrt einen Jedermann-Charakter. Auch Brzezinski hatte gute Laune nach seiner rasanten Fahrt. Auf den ersten zehn Kilometern habe er sich noch nicht wohl gefühlt, doch dann lief es rund. Kreismeister wurde der Tobringer aber nicht, denn laut einem IGAS-Beschluss dürfen Profis diesen Titel nicht bekommen. Daher durfte sich Ironman Thomas Münster von der SV Gartow erstmals über den Kreismeistertitel in Gohlefanz freuen. Er war in 52:48 Min. Vierter des Gesamtfeldes und Zweiter der M40. Und: Er war trotz der längeren Strecke 28 Sekunden schneller als im Vorjahr. Richtig rund sei für ihn das Rennen aus dem Training heraus gelaufen, jubelte Münster im Ziel. Knapp eine Minute langsamer und entgegen einer ersten Auswertung doch nur zweitschnells-ter Lüchow-Dannenberger war Supplie. Er sei zunächst einen »zu dicken Gang» gefahren. Seine Zeit: 53:36 Min. Platz drei der KM-Wertung belegte der ehemalige Kreismeister Bernd Martel (Eintracht Clenze) in 55:38 Min. nur zwei Sekunden vor seinem Vereinskollegen Frank Schönherr. Einige weitere hiesige Starter freuten sich ebenso über gute Leistungen. Hans-Jürgen Roost (IGAS) knackte als Zweiter der M50 in 58:05 Min. klar die Stundenmarke. Noch schneller war Oliver Meyer (IGAS), der mit 56:13 Min. aber nicht mehr in den KM-Kampf eingreifen konnte. Drei Sekunden mehr benötigte Triathlet Sven Freudenthal vom FC Lüchow als Sechster der M20. In der M16/17 konnte der für den RSC Lüneburg startende Aaron Zielke aus dem Nordkreis in 1:02:15 Std. gegen zwei starke Youngster aus Bad Bevensen nicht mithalten.

Die Favoritin und ehemalige Lüchowerin Anne-Elise Kiehn war im Feld der 13 Frauen die Schnellste. Sie blieb in 58:55 Min. als einzige Frau unter der Stundenmarke. Den KM-Titel sicherte sich souverän Janina Tokarz von der IGAS. Sie verwies in 1:04:57 Std. Silvia Behn von der SV Gartow und IGAS-Vereinskollegin Christina Bätge klar auf die weiteren KM-Plätze. Den Großen Preis von Gohlefanz, der traditionell an den langsamsten Fahrer ausgegeben wird, erhielt Giulio Donda von Berlin CC. Er benötigte auf einem Mountainbike 1:38:16 Std., war aber zufrieden nach einem anstrengenden Rennen.

Bild: Rasante Schnittstelle: In Quartzau begegneten sich oft Fahrer. Während beispielsweise der spätere KM-Zweite Markus Supplie (links) von der IGAS gerade die "Kaffeemühle" gemeistert hatte und nach einigen hundert Metern diese Straße Richtung Satkau wieder verließ, durfte Teamkollege Hans-Jürgen Roost nach den zwei Schleifen über Dalldorf schon Richtung Ziel fahren. 3 Aufn.: A. Koopmann


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