|   |
Lokalsport

Sich selbst überrascht
Wendland-Marathon: Sven Freudenthal Sieger vor Jörg Reckewell
koo Liepe. Es lief einfach rund - sowohl bei den Organisatoren als auch beim Sieger des 14. Wendland-Marathons der IGAS Wendland, des VfL Langendorf und des TuS Liepe.
Insgesamt 193 Teilnehmer, darunter 114 und somit deutlich über die Hälfte aus Lüchow-Dannenberg, starteten in den insgesamt sechs Läufen vor dem ehemaligen Dorfgemeinschaftshaus in Liepe und sorgten für zufriedene Mienen bei den Ausrichtern, die wie immer den Wendland-Marathon als einen der kleinsten seiner Art in Deutschland reibungslos abwickelten. Insgesamt liefen 30 Männer und Frauen über 42,195 km, darunter zehn aus Lüchow-Dannenberg. Fast ganz reibungslos verlief der Marathon für den Überraschungssieger Sven Freudenthal vom MTV Dannenberg. Der Triathlet war nach 3:01:35 Std. über seinen knappen Sieg vor Titelverteidiger Jörg Reckewell (3:02:48 Std.) selbst am meisten erstaunt. »Mit dieser Zeit und diesem Platz habe ich überhaupt nicht gerechnet», hat sich der 27-jährige Student nach seinem Debüt über die 42,195 km quasi selbst überrascht. Er hatte sich erst seit Mitte September nach dem Falkensteiner Duathlon speziell auf diesen Marathon vorbereitet. Allerdings profitierte er auch davon, dass seine beiden Hauptkonkurrenten Jörg Reckewell (MTV) und Thomas Münster (SV Gartow) die Strapazen des Wisconsin-Ironman noch nicht ganz verdaut hatten.
Das schmälert Freudenthals Leistung aber nicht. Er war bei trockenem, aber nicht mehr so warmem Wetter die ersten 15 Kilometer gemeinsam mit Münster gelaufen, der dann abreißen lassen musste. In Führung lag lange Reckewell, der die Wendemarke in Klein Gusborn nach 1:27 Std. und vier Minuten vor Freudenthal erreichte. Der lief sein Tempo durch, schüttete sich an den Verpflegungsständen kaltes Wasser über die Beine und ließ sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als ihn der spätere Dritte Machael Vanicek bei Kilometer 25 überholte. Doch der brach dann ebenso wie Reckewell ein, den Freudenthal ab Grippel im Blickfeld hatte. Bei Kilometer 39 ging Freudenthal in Führung. Zwar hatte er auf den letzten zwei Kilometern Seitenstiche und knackte dadurch die 3-Stunden-Marke nicht mehr. Einzuholen war er aber nicht mehr. »Das kann ich eigentlich auch nicht ganz glauben», freute er sich im Ziel über den Sieg. Vorjahressieger Reckewell kam kurz nach dem dem Sieger und mit knapp zwei Minuten Vorsprung auf den Dritten ins Ziel. Münster freute sich nach 3:14:07 Std. über Platz vier im Gesamtklassement und Rang eins in der M40. Platz drei in dieser Altersklasse belegte in guten 3:24:46 Std. der Gorlebener Frank Marschner.
Im Kampf um den Sieg bei der Rennschneckenwertung der IGAS setzte sich Tilo Frenzel vom SV Sporting Lüchow in 3:27:23 Std. gegenüber Oliver Meyer von der IGAS durch, der nach 3:40:11 Std. ins Ziel kam. Meyer hatte sich damit gegen-über dem Vorjahr um 15 Minuten gesteigert, doch das reichte noch nicht ganz. Drei weitere Lüchow-Dannenberger Männer absolvierten den Marathon in passablen Zeiten: Christian Köthke aus Gorleben war in 3:46:11 Std. drittbester M-55-Läufer, Manfred Haacke (Sporting) benötigte in 3:48:46 Std. fünf Minuten weniger als 2005., und Joachim Einbeck (Lüchow) lief 4:09:24 Std. Bei den Frauen feierte die lauferfahrene Cornelia Heinze aus Hamburg in 3:23:46 Std. einen klaren Erfolg. Nur sieben Männer waren schneller als sie. Marion Lippe von der IGAS war die einzige hiesige Starterin. Sie hatte auf dem Rückweg einen Einbruch und erreichte nach 4:06:52 Std. das Ziel.
Bild: Viel zu erzählen hatten sich auf den ersten Kilometern der Marathon-Strecke Thomas Münster (links) und der spätere Sieger Sven Freudenthal (rechts), der sich später von Münster absetzte und bei Kilometer 39 die Führung übernahm. 5 Aufn.: A. Koopmann
|