Online: 20.03.2017

Tochter zum RTL-Dschungelcamp begleitet: Prozess

Soltau/Lüneburg (dpa/lni) - Das Amtsgericht Soltau verhandelt in der kommenden Woche über den Fall einer Lehrerin, die ihre Tochter zum RTL-Dschungelcamp nach Australien begleitet hatte. Der Frau wird der Gebrauch eines unrichtigen Gesundheitszeugnisses vorgeworfen, wie ein Sprecher des Landgerichts Lüneburg am Montag mitteilte. Die Staatsanwaltschaft lege der Angeklagten zur Last, ihrer Schule eine ärztliche Bescheinigung geschickt zu haben, nach der sie vom 7. bis 29. Januar 2016 arbeitsunfähig erkrankt sein sollte. Laut Anklage soll die Pädagogin die Bescheinigung durch wahrheitswidrige Angaben gegenüber einer Ärztin erschlichen haben, um ihre Tochter begleiten zu können. Zuvor hatte sie vergeblich einen Urlaubsantrag eingereicht.

Das Gericht hat für den am Montag (27. März) beginnenden Prozess zunächst drei Termine angesetzt. Ein Urteil könnte danach bereits am 3. April fallen. Der Frau drohen eine Geldstrafe oder bis zu einem Jahr Gefängnis. Sie wurde im Januar von der niedersächsischen Landesschulbehörde suspendiert.

Das Amtsgericht Soltau hatte im Dezember einen Strafbefehl von 7000 Euro gegen die Lehrerin verhängt. «Wir haben den Strafbefehl nicht akzeptiert und Einspruch eingelegt», sagte dazu damals der Anwalt der Lehrerin, Andreas Hebestreit. «Wir werden den Rechtsweg ausschöpfen, weil wir uns sicher sind, dass die Vorwürfe nicht haltbar sind. Meine Mandantin war tatsächlich erkrankt.»


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