Online: 07.12.2017

Haftstrafen im Prozess gegen angebliche Russenmafia

Zoom Justizbeamte führen einen der Angeklagten in den Gerichtssaal. Foto: Philipp Schulze/Archiv

Lüneburg (dpa/lni) - Im Lüneburger Mammutprozess gegen mutmaßliche Mitglieder der Russenmafia hat das Landgericht die sechs Angeklagten zu Haftstrafen von bis zu acht Jahren verurteilt. Zwei Männer bekamen am Donnerstag Bewährungsstrafen. Drei der Angeklagten im Alter zwischen 37 und 64 Jahren befand die Staatsschutzkammer der Bildung einer kriminellen Vereinigung für schuldig, im Übrigen ging es um Betrug und Urkundenfälschung. Einer der Männer soll als sogenannter «Dieb im Gesetz» der oberste Rädelsführer der im Raum Hannover tätigen Gruppierung gewesen sein. Er wurde zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Die aus Russland, Kasachstan, Armenien, Tschechien, Deutschland und der Türkei stammenden Männer sollen laut Anklage zwischen 2009 und 2014 einen Schaden von 450 000 Euro angerichtet haben. Über eine Scheinfirma wurden danach etwa Kopiergeräte, Gabelstapler und Zitrusfrüchte unterschlagen. Der Prozess lief seit Februar 2015, das Urteil fiel nach Angaben des Vorsitzenden am 196. Verhandlungstag. Er bezifferte die Kosten des Verfahrens auf etwa vier bis fünf Millionen Euro, auch wegen der vielen Dolmetscher. «Es war sicher eines der aufwendigsten Verfahren, auch was die Sicherheitsmaßnahmen betrifft», sagte eine Gerichtssprecherin.

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