Online: 02.02.2017

Zahl der Asylverfahren in Niedersachsen mehr als verdoppelt

Zoom Niedersächsisches Justizministerium. Foto: Holger Hollemann/Archiv

Göttingen (dpa/lni) - Die Zahl der Asylverfahren in Niedersachsen hat sich 2016 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Bei den sieben Verwaltungsgerichten seien insgesamt 11 020 Klagen eingegangen, sagte eine Sprecherin des Justizministeriums in Hannover der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Das war eine Steigerung um fast 110 Prozent. Grund für die Entwicklung ist die gestiegene Zahl der Flüchtlinge.

Hinzu kamen knapp 4700 Eilverfahren, gut 700 mehr als im Vorjahr. In den Verfahren versuchen Flüchtlinge zumeist, ihre drohende Abschiebung abzuwenden, wenn ihre Asylanträge abgelehnt wurden.

Die Präsidentin des Verwaltungsgerichts Göttingen, Stefanie Killinger, rechnet für 2017 mit einer weiteren Zunahme der Klagen. Darauf deute die Entwicklung im Januar hin, sagte Killinger am Donnerstag bei der Jahrespressekonferenz ihres Gerichts. In Göttingen war die Zahl der Asylklagen im Jahr 2016 um knapp 120 Prozent auf 528 gestiegen.

Die Einstellung zusätzlicher Richter durch das Land sei sehr nützlich gewesen, sagte Killinger. Dadurch sei die Verfahrensdauer trotz der gestiegenen Fallzahl nicht länger geworden. Im Schnitt wurde eine Asylklage innerhalb von 7,1 Monaten erledigt.

Ein Großteil der Klagen war von Menschen aus Balkanstaaten erhoben worden. Ihre Erfolgsaussichten sind gering, weil die Länder mittlerweile als sichere Herkunftsstaaten gelten.

^ Seitenanfang