Online: 05.02.2017

Gesetz gegen hohe Managerbezüge: Opposition macht Druck

Zoom Sahra Wagenknecht gestikuliert (Die Linke). Foto: Bernd von Jutrczenka/Archiv

Berlin (dpa) - In der Debatte über hohe Managerbezüge fordert die Opposition von der SPD, ihren Worten Taten folgen zu lassen und gesetzlich gegen exzessive Boni und Abfindungen vorzugehen. «Wir werden einen entsprechenden Antrag einbringen und die Probe aufs Exempel machen», sagte Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht der «Bild am Sonntag». «Wenn (Kanzlerkandidat) Martin Schulz es ernst meint, kann die SPD im Bundestag sofort ein Gesetz zur Boni-Begrenzung beschließen lassen.» Sollten der designierte Parteichef und seine Genossen nicht mitziehen, stehe Schulz im Verdacht, «nur heiße Luft im Wahlkampf zu erzeugen».

Auch die Grünen nehmen die Sozialdemokraten in die Pflicht und verlangen, dass Konzerne ihre Managergehälter künftig nicht mehr unbegrenzt von ihrer Steuerlast abziehen dürfen. «Es ist doch absurd, dass diese obszöne Praxis durch den Steuerzahler subventioniert wird», sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt der Zeitung. «In einer der nächsten Sitzungswochen würden die Grünen einen entsprechenden Antrag in den Bundestag einbringen. «Wir fordern die SPD auf, diese Initiative zu unterstützen.»

In der ARD-Talkshow «Anne Will» hatte Schulz vor einer Woche kritisiert: «Wenn ein Konzernchef in Deutschland einen ganzen Konzern durch seine Fehlentscheidungen zum Wanken bringt, kriegt er anschließend auch noch Boni dafür.» Kurz danach wurde publik, dass der VW-Konzern mehr als zwölf Millionen Euro an die aus dem Firmenvorstand scheidende Juristin Christine Hohmann-Dennhardt zahlt. Sie ist SPD-Mitglied und hatte nur 13 Monate für das Unternehmen gearbeitet. Die SPD ist im genehmigenden Aufsichtsrat vertreten, unter anderen durch Ministerpräsident Stephan Weil.


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