Online: 16.02.2017

Unterschlagene Unterlagen: Maßregelvollzug unter Druck

Zoom Die Gebäude des Maßregelvollzugszentrums Bad Rehburg. Foto: Holger Hollemann/Archivbild

Verden (dpa/lni) - Der Maßregelvollzug in Bad Rehburg gerät wegen unterschlagener Unterlagen in einem Mordprozess gegen einen ehemaligen Patienten am Landgericht Verden zunehmend unter Druck. Nachdem bei einer Durchsuchung der Klinik in Bad Rehburg umfangreiche Dokumente sichergestellt wurden, werden diese nun von der Polizei ausgewertet, sagte Staatsanwalt Lutz Gaebel am Donnerstag in Verden.

Ein 48 Jahre alter in den Maßregelvollzug eingewiesener Vergewaltiger steht in Verden vor Gericht, weil er bei einem Ausgang eine 23-Jährige ermordet haben soll. Vier Server, rund 40 Computer und jede Menge schriftliche Unterlagen seien sichergestellt worden, berichtete «Die Harke».

Als im Prozess deutlich wurde, dass die Klinik offensichtlich Unterlagen zu dem Angeklagten zurückgehalten hatte, durchsuchte die Polizei vor eineinhalb Wochen den Maßregelvollzug. Der Mordfall in Rehburg hatte bereits landespolitisch Wellen geschlagen, weil es während einer Lockerung für den mutmaßlichen Täter zu der Gewalttat kam. Kommunikationspannen bei der Polizei verzögerten außerdem die Ermittlungen erheblich.

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