Online: 17.02.2017

Archäologe gräbt «Republik Freies Wendland» aus

Zoom Archäologe Attila Dézsi steht neben Fotos vom Hüttendorf von 1980. Foto: Philipp Schulze

Trebel (dpa/lni) - Der Archäologe Attila Dézsi will die Überreste der «Republik Freies Wendland» ausgraben. Atomkraftgegner hatten das Hüttendorf aus Protest im Mai 1980 in der Nähe von Gorleben im Landkreis Lüchow-Dannenberg errichtet. Den dortigen Salzstock hatte der damalige Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) am 22. Februar 1977 als Standort für ein Endlagers unter anderem für hoch radioaktiven Atommüll vorgeschlagen. Nach 33 Tagen wurde die Siedlung von Polizei und Bundesgrenzschutz geräumt.

«Es ist ein wichtiger Ort der Demokratie-Geschichte der Bundesrepublik», erklärte Dézsi, der seine Doktorarbeit darüber schreiben will. Der 28-Jährige bekam dafür ein zweijähriges Stipendium der Universität Hamburg. Der Ort sei bedeutsam auch für die Wende in der Energiepolitik, betonte Dézsi. «Das ist kulturelles Erbe der Menschen.» Die sogenannte zeitgeschichtliche Archäologie gebe es hierzulande erst seit rund zehn Jahren.

«Ich will Menschen ermöglichen, mitzumachen», sagte Dézsi. Das gelte auch für die Ausgrabungen, die im Herbst beginnen sollen. Zeitzeugen und Interessierte könnten sich beim Gorleben Archiv in Lüchow melden.

^ Seitenanfang