Online: 22.05.2015

Gorleben: Sturm aufs Bergwerk, Polizist verletzt

rg Gorleben. Am Rande der „KLP-Widerstandsparty“ in Gorleben ist es zu Zusammenstößen zwischen Atomkraftgegnern und der Polizei gekommen. Etwa 300 Menschen hatten am späten Nachmittag in einer vorbereiteten Aktion nach einem Marsch um das Bergwerksgelände den äußeren Zaun niedergerissen und waren auf das Gelände vorgedrungen. Als die Polizei versuchte, die Demonstranten davon abzuhalten, eine weitere Absperrung zu überwinden und Teile der Anlagen zu beschädigen, kam es zum Handgemenge, Farbbeutel flogen in Richtung der Polizei. Ein Beamter wurde im Gesicht getroffen, er musste ins Dannenberger Krankenhaus gebracht werden.

Nachdem die Atomkraftgegner auch den zweiten Zaun überwunden hatten, zog sich die Polizei hinter die hohe Mauer, die das Gelände umgibt zurück und ließ die Protestler gewähren. Die sprühten Parolen an die Wände des Pförtnerhauses und an die Absperrmauer, hängten Transparente auf und hissten die Flagge der „Republik freies Wendland“. Einige ließen ihre Zerstörungswut an einem Wachhäuschen und an der Schließanlage eines der großen Stahltor aus. Unter den Menschen auf dem Gelände befand sich auch die Grünen-Europaabgeordnete Rebecca Harms.

Der Sturm auf das von Atomkraftgegnern als „Schwarzbau“ bezeichnete Bergwerk blieb von einem Großteil des „Widerstands-Party“-Besucher unbemerkt. Tausende feierten friedlich bis tief in die Nacht hinein. „Die Veranstaltung war alles in allem friedlich, und wir differenzieren auch zwischen der KLP-Veranstaltungen und dem, was am und auf dem Bergwerksgelände passiert ist“, so Polizeisprecher Kai Richter. Das, was dort geschah, sei allerdings alles andere als friedlich gewesen: Beamte seien massiv angegangen worden, an mehreren Einsatzfahrzeugen seien Reifen zerstochen worden, so Richter.

Den angerichteten Sachschaden beziffert die Polizei auf mehrere tausend Euro. Man habe mehrere Strafverfahren gegen Demonstranten eingeleitet – wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung. Nach Angaben der Polizei distanzierten sich die Veranstalter der „Widerstands-Party“ von den gewaltbereiten Demonstranten.

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