Online: 07.01.2016 - ePaper: 08.01.2016

Warum so viel Feuerwehr für Brandeinsatz in Notunterkunft für Flüchtlinge?

ZoomUnter Atemschutz gingen die ersten Angrifsstrupps in das verqualmte Gebäude in der Üfest vor.

tl Woltersdorf. Nach dem bereits vierten Feuerwehreinsatz in der Notunterkunft für Flüchtlinge in der Üfest nahe Woltersdorf geht die Polizei von einer heißen mobilen Herdplatte als Ursache für den Brand am Dienstagabend aus. Das hat Polizeisprecherin Antje Freudenberg am Mittwoch erklärt. Die Herdplatte sei wohl in einem Matratzenlager in einem der Wohncontainer versteckt worden, weil deren Benutzung in der Unterkunft aus Brandschutzgründen nicht erlaubt ist. Ein Großaufgebot von Feuerwehrleuten eilte zur Unterkunft, um den Zimmerbrand zu löschen (EJZ berichtete).

Die EJZ erreichten nach den Berichten zu den Feueralarmen in der Notunterkunft immer wieder Fragen von Lesern, warum solch ein großes Aufgebot an Feuerwehrleuten nötig sei und wer die Kosten für solche Einsätze trägt. Karl-Christian Schlenker, der Fachdienstleiter Ordnung beim Landkreis, erklärt: "Für solche Alarmierungen gelten Sonderpläne. Dort leben viele Menschen auf engem Raum zusammen. Es kann schnell mehr passieren, und dann brauchen wir auch diese Anzahl an Feuerwehrleuten vor Ort." Das gleiche gelte für den Rettungsdiensten. Heißt das Einsatzstichwort "Feuer in Notunterkunft", so gehe die Alarmierung "MANV" - Massenanfall an Verletzten - heraus. Denn was die Rettungskräfte vor Ort erwarte, wisse zum Zeitpunkt der Alarmierung schließlich niemand. "Wir schicken dann lieber wieder schnell jemanden nach Hause, als dass wir nicht das nötige Personal vor Ort haben", betont Schlenker. "Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Wir müssen bei solch großen Menschenmengen auf engem Raum stets für Evakuierung und Hilfsmaßnahmen bereit sein", ergänzt Kreisbrandmeister Claus Bauck. Zudem seien die Wohncontainer an der Üfest in Leichtbauweise errichtet worden. Dort könne ein Feuer schell übergreifen. "Deshalb haben wir mit allen Verantwortlichen beim Brandschutz, der Polizei und der Betreiber diesen Sonderalarmierungsplan abgestimmt, der auch für die anderen Unterkünfte, nur eben mit anderen Feuerwehren gilt", erklärt Bauck. "Müssten wir im Notfall nachalarmieren, würde wertvolle Zeit verloren gehen. Der Faktor Zeit spielt bei Flüchtlingsunterkünften, in denen auch die Verständigung schwierig ist, eine besondere Rolle", stellt Bauck heraus.

Was kostet solch ein Einsatz? "Genaue Zahlen haben wir so schnell nicht vorliegen", sagt Schlenker. Jedoch würden die Kosten, die bei einem solchen Einsatz anfallen, niemandem in Rechnung gestellt. Das stehe im Brandschutzgesetz. Demnach werden Einsätze zur Rettung von Menschenleben und Brandbekämpfung nicht berechnet. Die Kosten bleiben "beim Träger hängen", sagt Schlenker.

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