Online: 16.06.2016 - ePaper: 17.06.2016

Polizei schnappt Serieneinbrecher, der auch im Raum Clenze unterwegs war

tl Clenze/Uelzen. Der Polizei Uelzen ist vor Kurzem ein mutmaßlicher Serieneinbrecher ins Netz gegangen, dem 310 Einbruchsdiebstähle und versuchte Einbrüche vorgeworfen werden. Einige Taten sind davon auch im Raum Clenze verübt worden. Vornehmlich durch Sachbeschädigungen ist bei der Tatserie ein Schaden im mittleren sechsstelligen Bereich entstanden. Das teilt die Polizeidirektion Lüneburg mit. Der Mann konnte nach einem Einbruch in eine Gaststätte in Holdenstedt bei Uelzen in der Nacht zu Mittwoch festgenommen werden. 200 der Taten soll er im Kreis Uelzen, die restlichen 110 in den Kreisen Lüchow-Dannenberg und Gifhorn verübt haben. Bei anschließenden Durchsuchungen in Uelzen und Bad Bodenteich stellten Polizisten Beweismaterial sicher, das den mutmaßlichen Täter belastet. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Lüneburg erließ das Amtsgericht Uelzen noch am Nachmittag einen Untersuchungshaftbefehl. Jetzt wartet der 56-Jährige in der Justizvollzugsanstalt Uelzen auf sein Strafverfahren.

Seit Juni 2012 war den Sachbearbeitern für Eigentumskriminalität im Polizeikommissariat Uelzen und dem 2. Fachkommissariat des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Gifhorn klar, dass dort ein sehr gewiefter und erfahrener Täter am Werk war. Seit dieser Zeit arbeiteten sie eng zusammen und tauschten ihre Erkenntnisse regelmäßig aus. Bei den Einbrüchen soll der Mann sich auf Gaststätten, Kantinen, Hotels, Pensionen, Feuerwehrgerätehäuser, Kindergärten, Kirchennebengebäude, Freibäder und sonstige Büros und Firmen konzentriert haben. In der Regel soll er durch Aufbrechen von Fenstern oder Türen in die Gebäude gelangt sein. Dort soll er gezielt nach Bargeld gesucht haben- Kleinere Tresore wurden gleich vor Ort aufgebrochen und die Inhalte gestohlen.

Die Taten konnten aufgrund von Spurenauswertungen und der besonderen Arbeitsweise des Täters miteinander verknüpft werden. Die Fahndungsmaßnahmen erwiesen sich als anspruchsvoll, heißt es von der Polizei: Der Täter agierte an unterschiedlichen Orten und nur gelegentlich. Ab Mitte 2015 häuften sich derartige Einbrüche allerdings. Letztendlich konnten Tatorte in Clenze, Uelzen, Bad Bodenteich, im Landkreis Gifhorn in den Regionen Wittingen und Hankensbüttel  der Serie eingeordnet werden.

Im April stimmte das Uelzener Kommissariat mit dem 2. Fachkommissariat des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Gifhorn ein Fahndungskonzept ab, das ab Anfang Mai in beiden Landkreisen parallel umgesetzt wurde. Als Höhepunkt klickten dann in den frühen Morgenstunden des Mittwochs die Handschellen. Der 56-jährige Täter ist kein unbeschriebenes Blatt. In den Jahren bis 1996 hat er im Bereich Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen ähnliche Einbrüche in Gaststätten verübt und wurde dafür zweimal verurteilt. Im Jahr 2003 zog der Mann in den Landkreis Uelzen. Der 56-Jährige ging keiner geregelten Arbeit nach und soll durch die Einbrüche seinen (mäßigen) Alkohol- und Drogenkonsum finanziert haben, sagt die Polizei.

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