Online: 25.01.2017 - ePaper: 26.01.2017

Mann aus Karwitz erkannte Betrüger

ZoomBetrüger, die sich als Polizisten ausgeben, bringen es fertig, im Display der Angerufenen die „110“ aufleuchten zu lassen.

bp Karwitz. Den Enkeltrick - ein Fremder ruf an, gibt sich als Verwandter aus und will Geld - kennen inzwischen so viele, dass er offenbar nicht mehr zieht. Doch damit geben sich Kriminelle nicht zufrieden. Sie suchen nach neuen Strategien, um Menschen hinters Licht zu führen und illegal teils an fünfstellige Beträge zu kommen. Die neueste Perfidie: Anrufer geben sich nicht nur als Polizeibeamte aus, sondern schaffen es mit einem technischen Trick über einen sogenannten Router sogar, dass das Telefon des Angerufenen die Notrufnummer 110 oder die Nummer der jeweiligen Polizeidienststelle im Display anzeigt.

In der zurückliegenden Woche haben bisher Unbekannte einen älteren Mann aus Karwitz angerufen und genau diese Strategie angewandt, berichtet Polizeisprecher Kai Richter. Der Senior wurde gegenüber den falschen Polizisten am anderen Ende der Leitung jedoch misstrauisch. Er weigerte es, einen größeren Geldbetrag zu überreichen. Es war: genau die richtige Reaktion.

Vor zwei Wochen war ein Angerufener in Uelzen nicht so vorsichtig gewesen. Er übergab vorgeblichen Kriminalbeamten einen Geldbetrag in Höhe von 10000 Euro. Die Betrüger gaben vor, dass die Staatsanwaltschaft wegen eines verborgenen Geldbetrags ermitteln würde. Fast unglaublich, aber wahr: Das Opfer deponierte das Bargeld zur Abholung vor der eigenen Haustür. Die Täter mussten es nur noch abholen.

Die Polizei weist darauf hin, dass uniformierte Beamte in der Regel einen Dienstausweis bei sich tragen, aber nicht dazu verpflichtet sind. Der niedersächsische Dienstausweis ist grün und aus Papier. Zivilbeamte seien "grundsätzlich angehalten, sich auszuweisen". Neben dem Dienstausweis tragen Kriminalbeamte eine Dienstmarke mit sich. Die gilt nur als zusätzliches Ausweisdokument und ersetzt nicht den Dienstausweis. Auf der Marke ist zwar eine Nummer und das Landeswappen eingeprägt, nicht aber der Name des Trägers. Bei der Überprüfung des Ausweises sollen Bürger sich nicht hetzen lassen. Die Polizei rät, das Dokument in Ruhe zu kontrollieren: "Vergleichen Sie Foto und Person, ist der Druck sauber oder könnte es eine Kopie sein? Ist ein Stempel vorhanden?" Beharrliches Nachfragen schrecke Betrüger oft ab. Bleiben Zweifel, sollte die zuständige Dienststelle angerufen werden. Ist die Nummer nicht zur Hand, können Bürger auch die 110 anrufen.

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