Online: 31.03.2017 - ePaper: 01.04.2017

"Raus aus der Minijob-Falle"

Lüchow-Dannenberg. Die rund 3700 Minijobber in Lüchow-Dannenberg sollen bessergestellt werden. Das fordert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (BAU). Die Gewerkschaft schlägt dazu eine Reform der geringfügigen Beschäftigung vor. Danach sollen Minijobs ab dem ersten Euro in die Sozialversicherung einbezogen werden. "Minijobs sind für viele Beschäftigte zum Dauerzustand geworden", so Dieter Großmann von der IG BAU Nord-Ost-Niedersachsen. Eine Reform sei deshalb "mehr als überfällig". "Wegen fehlender Sozial- und Rentenbeiträge sind viele Minijobber von Altersarmut bedroht", betont Großmann. Betroffen seien insbesondere Frauen: 63 Prozent aller geringfügig Beschäftigten im Kreis Lüchow-Dannenberg sind laut Arbeitsagentur weiblich.

Die IG BAU wolle gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund erreichen, dass der Arbeitgeber künftig auch für einen Verdienst unter 450 Euro Sozialabgaben zahlen muss. Die Gewerkschaft fordert eine neue "Gleitzone" bereits vom ersten Euro an: Demnach sollen Arbeitgeber bei geringen Verdiensten zunächst den Großteil der Sozialabgaben tragen. Erst bei einem Monatsverdienst ab 850 Euro soll gelten: Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen zu gleichen Teilen.↔ejz



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