Online: 03.04.2017 - ePaper: 04.04.2017

BI: Rostfässer auch unter Staatsregie

Gorleben. "Wenn schon nach kurzer Zwischenlagerdauer so große Probleme auftauchen und das unter staatlicher Aufsicht, so denkt man mit Grausen an eine Endlagerung und die Strahlenfolgen. Woher aber soll eigentlich das Vertrauen resultieren, dass beim kommenden Wechsel der Zuständigkeiten alles besser würde, wenn in Gorleben nicht mehr die GNS, sondern der Staat zuständig auch für die Zwischenlagerung ist?" Diese Frage stellt aus aktuellem Anlass die hiesige Bürgerinitiative Umweltschutz (BI).

Grund dafür sind die kürzlich bekannt gewordenen Fälle von weiteren Rostfässern im Zwischenlager Gorleben und die Tatsache, dass im Jahr 2020 der Staat die Regie im Abfalllager, ein Jahr zuvor bereits auch für die Castor-Halle übernehmen soll (die EJZ berichtete). Aber auch in der Sammelstelle des Landes Niedersachsens gebe es die gleichen Probleme und zugleich den Plan, diese Abfälle ins Abfalllager Gorleben zu verfrachten, moniert die BI. Mal sei ein Fass falsch deklariert, mal würden rostige Fässer gefunden. Das Besondere: In diesem Fall ist das Land selbst Betreiber.

In der Landessammelstelle für radioaktive Abfälle Niedersachsen (LSSt) lagern nach Angaben der Bürgerinitiative derzeit 12080 Stück 200-Liter-Fässer. BI-Sprecher Wolfgang Ehmke kritisiert: "Die Zwischenlagerung funktioniert nicht, was das für die Endlagerung der schwach- und mittelaktiven Abfälle bedeutet, lässt sich unschwer erahnen: nichts Gutes! Da geht es nicht um eine Million Jahre Sicherheit, sondern um "aus den Augen, aus dem Sinn". ejz



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