Online: 25.04.2017

Zahlreiche Augenzeugen für seltenes Himmelsereignis

Meteor über dem Wendland

ZoomDieses Bild, dass offenbar den Meteoriten zeigt, gelang Alina Boeder aus einem Fenster vdes Salzwedeler Krankenhauses heraus. Eine echte fotografische Rarität.

von Rouven Groß

Lüchow-Dannenberg. Über Lüchow-Dannenberg ist am heutigen Dienstagabend kurz nach 21 Uhr ein größerer Meteorit niedergegangen. Der gelblich-grün leuchtende Schweif, den der Himmelskörper beim Eintritt in die Atmosphäre hinterließ, war bei wolkenlosem Himmel von ganz Lüchow-Dannenberg aus sekundenlang zu sehen. Sichtungen wurden auch aus den Nachbarlandkreisen gemeldet. Ob und wo der Gesteinsbrocken einschlug, oder ob er doch komplett verglühte oder zerplatzte,ist unklar. Offizielle Mitteilungen zu der Sichtung liegen noch nicht vor. Zuständig für die Beobachtung solcher Ereignisse und die Auswertung von Flugbahnen ist in Deutschland das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt, das auch ein ausgedehntes Netz von Beobachtungsstationen betreibt.

Täglich treffen mehrere Tausend Tonnen Material aus dem Weltraum auf die Erde – der allergrößte Teil davon ist so klein, dass sie in rund 100 Kilometern Höhe als Sternschnuppen beim Eintreten in die Erdatmosphäre verglühen. Einige größere Brocken schaffen es jedoch durch die oberen Schichten und werden dann in Höhen zwischen 10 und 30 Kilometern von dickeren Luftschichten so stark abgebremst, dass sie als hell aufleuchtende Feuerbälle, Boliden genannt, am Himmel zu sehen sind. Das, was nach dem Feuerritt noch übrig ist, fällt mit immer noch großer Geschwindigkeit auf die Erde und hinterlässt beim Einschlag nicht selten einen Krater. In dieser letzten Flugphase ist nicht selten ein Rauschen zu hören – und hin und wieder sogar ein Überschall-Knall.


 

 



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