Online: 03.09.2014 - ePaper: 04.09.2014

Therme bleibt geschlossen

ZoomVon Baderöffnung keine Spur: Die Therme in Gartow bleibt weiter geschlossen, die Bauarbeiten verzögern sich um mindestens vier Wochen. Aufn.: B. Piel

bp Gartow. Eigentlich hätten in der Gartower Wendland-Therme schon wieder die Badgäste planschen sollen. Stattdessen riet Gartows Samtgemeindebürgermeister Friedrich-Wilhelm Schröder (CDU) den Besuchern am Dienstagabend bei einer Baustellenbegehung: "Probieren Sie im Moment besser keinen Kopfsprung." Das hatte einen triftigen Grund: Im Becken ist noch gar kein Wasser. Rund um das Becken stehen Schubkarren herum, Farbeimer, Gerätschaften. Eigentlich hatte der Badbereich Anfang dieser Woche öffnen sollen. Dieses Ziel wurde verfehlt und der Starttermin nun um rund einen Monat nach hinten verschoben. Ende September, so lautet der neue Zieltermin für die Wiedereröffnung des Badbereichs. Dann soll es einen sogenannten Baustellentarif, also günstigere Eintrittspreise, geben.   
Gründe für die Verzögerung gibt es gleich mehrere. Sorgen bereitet vor allem eine Trockenbaufirma, die ihren Sitz übrigens nicht in Lüchow-Dannenberg hat. Architekt Thorsten Schütze zeigte sich etwas verzweifelt, da es ihm kaum gelänge, das Unternehmen ans Telefon, geschweige denn auf die Baustelle zu bekommen: "Die Kommunikation fehlt komplett." Eigentlich hatte die Firma bereits seit zwei Wochen auf der Baustelle aktiv sein sollen. "Aber wir können nicht einfach den Auftrag entziehen", stellte Schütze klar. Er hat, um möglichst viel Zeit zu sparen, die Arbeiten der Fliesenleger vorgezogen. Bei den anderen Firmen laufe alles gut, nur in diesem Fall gebe es Probleme. Deshalb sei es auch schwierig, einen konkreten Eröffnungstermin für den Badbereich zu nennen. "Wenn die Trockenbaufirma nicht ans Arbeiten kommt, kann es auch länger dauern", warnte der Architekt.Sorgen bereiten auch die strikten Brandschutzauflagen. "In dieser Form habe ich das noch nie erlebt", sagte Schütze, schließlich sei jede Genehmigungsbehörde anders. Im Ruheraum, der, wie bereits zu erkennen ist, einen schönen Rundumblick in den Saunagarten eröffnet, war ursprünglich keine Fluchttür eingeplant gewesen, weil sich gleich neben dem Ruheraum bereits eine solche befindet. Die Baubehörde forderte - und bekam - letztlich aber doch eine Fluchttür im Ruheraum, die den Ausblick nicht unbedingt verschönert. "Wir haben uns nur noch an den Kopf gefasst", kommentierte Schütze die Auflagen.Ein dritter Juckepunkt sind Fliesen, die im großen Schwimmbecken hochgekommen sind. Diese mussten abgeschlagen und müssen in der kommenden Woche neu verlegt werden. Aus diesem Grund kann erst in zwei bis drei Wochen Wasser ins Becken gelassen werden. Immerhin: Arbeiter haben das gesamte Becken abgeklopft und dabei auch Schwachstellen gefunden, doch die Wände sind laut Schütze stabil.Apropos Fliesen: Die gesamten Fliesen im Eingangsbereich müssen entfernt werden, damit anschließend die Leitungen für die neue Drehkreuzanlage verlegt werden können. Ulrich Flöter (CDU) fragte nach, ob man dies nicht umgehen und dadurch Kosten sparen könne. Nein, so lautete die ebenso kurze wie eindeutige Antwort.Was die Kosten des Gesamtprojekts angeht, bleibt es bei der Kostensteigerung in Höhe von rund 600000 Euro. Die Gesamtkosten bewegen sich demnach in etwa bei 3,95 Millionen Euro. Eine aktuellere Kostenschätzung wolle er nicht abgeben, sagte SG-Kämmerer Hans-Heinrich Drimalski. "Es hat keinen Sinn, jede Woche 10000 Euro hoch oder runter zu gehen", so seine Sicht der Dinge.

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