Online: 21.09.2014 - ePaper: 22.09.2014

Interkulturelle Woche im Kuba Hitzacker

ZoomOffenheit: Das ist eines der zentralen Themen bei der interkulturellen Woche im Kulturbahnhof Hitzacker. Flüchtlinge und Einheimische treffen sich zu kulturellem und sonstigem Austausch.

bp Hitzacker. Das Thema Flucht ist eine der großen Kontinuitäten des Hitzackeraner Bahnhofs. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er eine Drehscheibe für Flüchtlinge auf dem Weg nach Lüchow-Dannenberg. Während der Zeit der Jugoslawienkriege haben zwei Flüchtlingsfamilien in dem Bahnhofsgebäude gewohnt. Dieser Tage ist der neue Kulturbahnhof wieder ein Anlaufpunkt für Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern, einmal wöchentlich findet ein Fluchttreffen statt. Ziel ist es, die Flüchtlinge und die Menschen, die den Flüchtlingen unter die Arme greifen, kreisweit zu vernetzen. Die Kuba-Leute haben beispielsweise eine Notruf-SMS ins Leben gerufen, die im Falle einer drohenden Abschiebung möglichst zügig Hilfe zusammentrommeln soll.

Am Sonnabend hat eine interkulturelle Woche begonnen. Auch dort ist das Thema Flucht sehr präsent. Mit guter Stimmung und vielen Sprachen startete die Woche im zwar noch nicht fertig sanierten, aber doch schon deutlich veränderten Bahnhofsgebäude, das der Verein bei einer Versteigerung von der Deutschen Bahn AG gekauft hatte (EJZ berichtete). Deutsch, Englisch, Somalisch, Arabisch, Persisch, Spanisch, Türkisch - in diesen sieben Sprachen hießen Akteure aus verschiedenen Ländern die Besucher willkommen. Und auch der Programmzettel ist mehrsprachig gestaltet. Die rund 100 Anwesenden freuten sich sichtlich über das Zusammentreffen. Aus Gartow war beispielsweise eine Gruppe mit mehreren Flüchtlingen gekommen. Spürbar war, das empfanden ganz offenbar auch die Flüchtlinge so, eine Atmosphäre der Offenheit. "Offene Gesellschaft", diese beiden Wörter machten dem Eintretenden schon an der Eingangstür klar, was eines der Kernanliegen der Woche ist. "Bleibe-Recht für alle", steht auf einem großen Stoffplakat.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht war letztlich auch der Anlass für die Kuba-Macher, eine interkulturelle Woche zu veranstalten. "Für viele Vereinsmitglieder hat sich schnell der Wunsch entwickelt, dass wir aktiv werden wollen, weil uns das Thema am Herzen liegt", erinnert sich Hauke Stichling-Pehlke. Eine Arbeitsgemeinschaft des Vereins beschäftigt sich ausschließlich mit diesem Komplex. Viele seien sehr berührt von der Situation der Flüchtlinge.

Neben Theaterstücken - am Sonnabendabend war der Berliner Schauspieler Riadh Ben Ammar mit seinem Ein-Personen-Theaterstück "Hurria!" zu Gast - gibt es in der oberen Etage unter anderem Bilder des Kriegsfotografen Timo Vogt (EJZ berichtete) zu sehen. In zwei Räumen hängen die Fotografien. Der erste Raum widmet sich den Themen Tragödie und Leid, der andere Teil den Überlebensstrategien der Syrer und den Hoffnungen auf ein Leben nach dem Krieg. "Ein Bild ist heftig, aber ich wollte diesen Aspekt nicht aussparen", sagte Vogt. Eine weitere Ausstellung zeigt Ölmalereien der Künstlerin Birgit Schiemann.

Unter der Woche gibt es täglich weitere Veranstaltungen. Das Programm gibt es im Internet auf www.kuba-ev.de/aktuelles. Für Menschen, die nicht mobil sind, gibt es eine Mitfahrzentrale: (0151)56770204 oder per Mail an flucht@kuba-ev.de.

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