Online: 23.09.2014 - ePaper: 24.09.2014

Aufnahmestopp bei der Tierhilfe Wendland

ZoomViele Katzen sitzen derzeit bei der Tierhilfe Wendland in Metzingen in den Käfigen und Vollieren – es sind so viele, dass kein Platz mehr wäre für die Aufnahme jener Tiere, die vom Landkreis oder den Samtgemeinden kämen.

as Lüchow. Einstimmig hat sich der Fachausschuss des Kreistages für Verbraucher-, Umwelt- und Naturschutz für den Abschluss eines Vertrages mit dem Verein Tierhilfe Wendland ausgesprochen. Damit soll die Unterbringung, Versorgung und Weitervermittlung von Katzen vom Standort in Metzingen aus mit 19500 Euro jährlich unterstützt werden. Bevor Landrat Jürgen Schulz den Vertrag unterschreibt, muss der Verein aber wichtige Bedingungen erfüllen: Derzeit sind in Metzingen 132 Katzen untergebracht. Im Vertrag ist eine absolute Obergrenze von 100 Katzen genannt. Deswegen hat der Fachdienst Veterinärwesen einen Annahmestopp verfügt. Bis Ende des Monats soll der Verein Tierhilfe darlegen, wie er die Vergabe der Tiere an Interessenten so erleichtert, damit die Mindestzahl in Zukunft eingehalten wird. Und: Das Annahme- und Abgabeverfahren muss effektiver struktuiert werden. Am Montagabend schloss sich der Samtgemeinderat der Elbtalaue dem Votum an.

Amtstierärztin Dr. Birgit Mennerich-Bunge war einem Hinweis aus der Bevölkerung nachgegangen, wonach die Zustände in der Katzen-Station in Metzingen angeblich problematisch seien. Bei einem unangemeldeten Kontrollbesuch hatte die Veterinärin zunächst festgestellt, dass in der ehemaligen Station in Breustian keine Tiere mehr untergebracht sind, so wie vereinbart. In Metzingen seien "die Baumaßnahmen für die Katzen geradezu vorbildlich" ausgeführt worden, lobte die Tierärztin. Allerdings habe sie im Aufnahme- und Quarantäne-Bereich "bedeutungsvollere Haltungsprobleme" feststellen müssen. Kurzum: Durch die erhebliche Überbelegung mangelt es in diesen Bereichen schlicht an Platz für die Tiere. Und angesichts der hohen Zahl der Katzen sei das ehrenamtliche Personal "deutlich überfordert".

Deswegen müssten die Anforderungen, unter denen die Katzen in andere Hände gegeben werden, gelockert werden. Das gelte insbesondere für junge Katzen. "Zu viele Tiere bedeuten eben Kompromisse in der Haltung", weiß Mennerich-Bunge. "Wenn die Vermittlungsrate nicht deutlich gesteigert wird, ist das Tierheim ruck zuck voll." Die Balance zwischen Annahme und Abgabe der Tiere wieder herzustellen, sei dringliche Aufgabe des Vereins. Ihr Ratschlag: Der Verein Tierhilfe solle sich bei Mitarbeitern eines professionell geführten Tierheimes erkundigen, wie die Betriebsabläufe und die Dokumentation effektiver und verlässlicher organisiert werden. Wünschenswert sei eine Bürokraft, die sich ausschließlich um die sorgsame Dokumentation kümmere. Der erste Kreisrat Claudius Teske hob hervor, dass die Kreisverwaltung sich in dieser Angelegenheit als ratgebender Partner verstehe.

Tina Heine, die Inhaberin der Genehmigung für das Katzen-Asyl, machte den Ausschussmitgliedern deutlich, dass die Hinweise der Veterinärin bei den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern "angekommen" seien. Hinweise auf kleinere Haltungsdefizite seien umgehend abgestellt worden. Heine begründete die Überbelegung damit, dass es ein "sehr geburtenstarkes Jahr" gewesen sei. "Wir sind uns dieser Missstände in vollem Umfang bewusst und sind zutiefst bemüht, die Mängel so schnell wie möglich abzustellen." Es sei zwar eng für die Katzen gewesen, aber man könne keineswegs von einer Tierquälerei sprechen.

Auf Nachfrage aus dem Ausschuss antwortete Heine, dass derzeit sechs bis acht Helferinnen und Helfer in der Aufnahmestation tätig seien. Diejenigen, die sich dort aktiv engagieren, "machen eine erstklassige Arbeit". Sie appellierte: "Wir wären sehr dankbar, wenn wir mehr aktive Unterstützung bei der Tierschutzarbeit bekommen könnten." Erste Gespräche über eine präzisere Aufgabenverteilung habe es schon gegeben, seien aber noch nicht so umgesetzt worden, wie gewünscht. "Dass zu wenige Tiere herausgegeben wurden, ist uns bekannt. Aber auch da wird sich etwas ändern", kündigte Heine an. So bleibt vorerst abzuwarten, ob der Verein mit zusätzlicher Unterstützung die Auflagen des Fachdienstes Veterinärwesen erfüllt. Solange darf der Verein in Metzingen notgedrungen keine neuen Katzen annehmen.

^ Seitenanfang