Online: 11.01.2015 - ePaper: 12.01.2015

Die Sturmtiefs "Elon" und "Felix" haben sich am Wochenende auch in Lüchow-Dannenberg ausgetobt und erheblichen Sachschaden angerichtet.

Riesenschäden durch Sturm

ZoomDas Dach der Kapelle Bredenbock wurde am Sonnabend durch herabstürzende Äste beschädigt.

Sturmtief "Felix" richtet in Lüchow-Dannenberg großen Schaden an und hält die Feuerwehren auf Trab

rg Lüchow-Dannenberg. Erst kam "Elon". Am Freitag pustete das Orkantief mit dem exotischen Namen Lüchow-Dannenberg ordentlich durch und verursachte nicht unerheblichen Schaden. Doch "Elon" kam nicht allein. "Felix" hatten die Meteorologen das zweite Sturmtief getauft, und das brauste am Sonnabend über das Kreisgebiet. Wieder wurden Bäume entwurzelt oder knickten unter der Wucht der Sturmböen um wie Streichhölzer, wieder flogen Dächer weg, und selbst schwere Altkleider-Sammelcontainer hielt es nicht auf ihren Stellplätzen. Es ist nur dem Zufall zu verdanken, dass keine Menschen zu Schaden kamen. Aber die Höhe der Sachschäden geht in die Hunderttausende.

Glück im Unglück hatten die Einsatzkräfte der Feuerwehr Karwitz. Gleich mehrfach waren sie am Sonnabend ausgerückt, um umgestürzte Bäume von Straßen zu räumen, doch bei ihrem letzten Einsatz bekamen die Karwitzer Einsatzkräfte selbst die Wucht von "Felix" zu spüren: Auf der Bundesstraße 191 stürzte ein Baum auf das Einsatzfahrzeug der Wehr und beschädigte es schwer. Glücklicherweise befand sich zu diesem Zeitpunkt aber niemand im Fahrzeug oder in seiner Nähe, so dass niemand verletzt wurde.

In Karwitz selbst entwurzelte eine Sturmböe eine Douglasie mit einem Stammdurchmesser von mehr als einem Meter. Der Baum stürzte über die Dorfstraße und landete in einer Hofmauer. Wenige Meter weiter zerstörte die Böe einen Schuppen und knickte einen alten Apfelbaum ab. Anwohner berichteten davon, dass sich der Himmel schlagartig verdunkelte, als die Böe niederging, andere vermuten, dass ein Tornado für die Verwüstungen verantwortlich sein könnte.

Zwischen Hitzacker und Kähmen stürzten am Sonntagnachmittag gleich mehrere Bäume auf eine Hochspannungsleitung und rissen die Kabel herunter. In der Elbestadt und den umliegenden Ortschaften gingen für Stunden die Lichter aus, bis der Stromversorger den Schaden behoben hatte. Die gleiche Sturmböe, die die Bäume auf die Hochleitung kippen ließ, verwüstete auch einen an der Straße liegenden Wald, wo dutzende Bäume entwurzelt wurden oder schlicht abknickten. Noch am Sonntag begannen dort die Aufräumarbeiten, um die blockierten Wege wieder frei zu machen und das Holz aufzuarbeiten.

Knapp 50 Sturm-Einsätze verzeichneten die Feuerwehren allein im Lüchow-Dannenberger Nordkreis, berichtet Elbtalaues Gemeindebrandmeister Andreas Meyer. Um die Rettungsleitstelle in Lüchow zu entlasten, wurde in Dannenberg eine Örtliche Einsatzleitstelle eingerichtet. Von dort aus schickte man rund die Hälfte aller Nordkreis-Wehren mit rund 150 Feuerwehrfrauen und -männern in den Sturm-Einsatz, vor allem um Straßen wieder passierbar zu machen. "Fast alle größeren Straßen waren zeitweise blockiert", so Meyer. Erst in den Abendstunden wurde es ruhiger, so dass die Örtliche Einsatzleitstelle aufgelöst werden konnte.

Doch nicht überall, wo Bäume umstürzten, musste die Feuerwehr anrücken. In vielen Fällen sorgten Anwohner selbst wieder für freie Fahrt. Wie groß alles in allem die durch "Elon" und "Felix" angerichteten Schäden sind, wird sich erst in den kommenden Wochen herausstellen. Vor allem in den Wäldern fehlt noch der Überblick, heißt es aus den Forstämtern.

Auch die Polizei musste zu zahlreichen Einsätzen ausrücken, unter anderem war kurzzeitig eine Ampelanlage in Dannenberg beschädigt, und in Lüchow knickte eine bereits materialschwache Straßenlaterne um.

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