Online: 18.05.2015 - ePaper: 19.05.2015

Nicht überall schieben sich Menschenmassen über die Ausstellungspunkte der Kulturellen Landpartie. Vor allem morgens gibt es viele Angebote für KLP-Besucher, die den Tag ruhig beginnen lassen wollen. Unter anderem Meditation in Gühlitz, Hatha-Yoga in Dickfeitzen, Morgenübungen in Weitsche oder Capoeira in Gedelitz.

Schon früh morgens stimmen sich die Leute mit Yoga, Meditation und Co. auf die KLP ein

ZoomEin „Warming up“ für den KLP-Tag gibt es mehrmals bei Nicole Litschinger in Gedelitz.

Von Capoeira über Meditation bis Yoga: Auf der Kulturellen Landpartie gibt es zahlreiche Angebote für Frühstarter

pw Gühlitz. "Wie die Ameisen", sagt ein Bekannter über die KLP-Besucher, die massenhaft auf die großen und bekannten Wunde.r.punkte strömen oder - um beim Bild zu bleiben - auf den schmalen Ortsverbindungsstraßen Ameisenstraßen zu bilden scheinen. Aber es geht auch anders, vor allem, wenn man bereit ist, früh aufzustehen. Denn vor der offizielle Eröffnung der Ausstellungspunkte um 11 Uhr werden an zahlreichen Orten Morgenaktivitäten angeboten. Bereits um 8.30 Uhr startet beispielsweise täglich die "stille Meditation mit ausKLANG" bei Vatula Sonntag in Gühlitz. "Alles kommt und geht", sagt er über die Empfindungen und Gedanken, die man während der Meditation haben wird und so wertfrei wahrnehmen soll, als säße man an einem Fluss, an dem das alles vorbeizieht.

Nachdem man einen Sitz eingenommen hat, von dem man glaubt, ihn eine halbe Stunde beibehalten zu können, geht es mit geschlossenen Augen los. Erstaunlich, wie laut auf einmal das Vogelgezwitscher durch die geöffneten Fenster dringt. Anfangs kreisen noch die Gedanken, doch dann fangen sie tatsächlich an zu fließen, und auch der Körper scheint etwas von seiner Schwere zu verlieren. Überraschend schnell kündigt eine Klangschale das Ende an, und mit leiser Musik geht es zurück in die Gegenwart.

Um die Gegenwart geht es auch beim Hatha Yoga, das Donata von Greisheim abwechselnd mit Tanja Trebing in Dickfeitzen anbietet: "Vergangenheit ist Vergangenheit, das Zukünftige ist noch nicht da. Das Leben findet jetzt statt", sagt die Yoga-Lehrerin, als sie die sieben Teilnehmer, die von blutigen Anfängern bis zu erfahrenen Yoga-Fans reichen, auf die Übungsstunde vorbereitet. Es gehe darum, "den Blick nach Innen zu richten, die Wahrnehmung zu schulen, Grenzen kennen zu lernen, um Achtsamkeit mir selbst gegenüber", erklärt sie. Dann geht es los, zuerst mit Dehnungen und dann mit Yoga-Übungen wie dem "Stehenden Hund", dem "Boot" oder dem "Sonnengruß". Anderthalb Stunden später kenne ich sehr deutlich meine Grenzen, habe aber trotzdem das Gefühl, Energie getankt zu haben. Auch Yvonne Busch aus Hamburg bedauert es nicht, "so früh aufgestanden zu sein. Es war schön."

Bei den hawaiianischen Morgenübungen, die Heike Rieck in Weitsche anbietet, geht es zunächst ums Warmwerden: Alina Handke und Malte Niemann aus Hamburg haben im Auto geschlafen, Martina Ostmann und Elke Schepokat aus Hannover im Zelt - und die Nacht war kalt. Mit den einfachen rhythmischen Übungen, bei denen der ganze Körper gelockert wird, sollen "Himmel und Erde verbunden" werden, erklärt Rieck und gibt Tipps, die man auch zwischendurch gut anwenden kann. Die Finger nach außen hin auszustreichen, sei beispielsweise ein regelrechtes "Wachfeuer", weil es die Lymphe anrege und das Gehirn wach werden lasse. "Ein schöner Start in den Morgen", findet Martina Ostmeyer.

Anstrengender ist da das Capoeira Warming up in Gedelitz mit Nicole Litschinger. Nina Strack aus der Nähe von Braunschweig hat ihre achtjährige Tochter Marcela mitgebracht, die sich ausklinkt, als die Bewegungen schwungvoller werden. Capoeira ist ein Straßensport, mit dem früher die in Südamerika auf den Plantagen eingesetzten Sklaven übten, sich zu verteidigen, erzählt Litschinger. Warum der körperkontaktfreie Sport als Tanz geführt wird, zeigt sich schnell: Litschinger und Strack scheinen zu tanzen, während die eine etwa mit einem Tritt angreift und die andere ausweicht. "Ich wollte das schon immer mal ausprobieren, und morgens ist auf der KLP ja nicht so viel los. Das sind Veranstaltungen für die Übernachter", glaubt Nina Strack.

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