Online: 19.05.2015 - ePaper: 20.05.2015

Die einen sehen es locker-sportlich, den anderen raubt sie den letzten Nerv: Die Kulturelle Landpartie (KLP) ist in vollem Gange. Die EJZ hat sich mit einigen Anwohnern der KLP-Hotspots unterhalten und herausgefunden, was sie lieben und was sie stört.

Wie Anwohner aus KLP-Dörfern die Landpartie sehen

ZoomÜberall parkende Autos, vor allem am Wochenende Menschenmassen, die sich den Weg in den Ort bahnen: Robert Otte aus Salderatzen stört das als Anwohner nicht.

Manche sehen es locker, andere sind genervt: Die Kulturelle Landpartie aus Sicht der Lüchow-Dannenberger

tl Salderatzen. Während sich draußen die Menschenmassen an seinem Gartenzaun vorbeischieben, beobachtet Robert Otte aus Salderatzen das Treiben zur Kulturellen Landpartie (KLP) am liebsten aus seinem Wintergarten. Von dort aus hat er direkten Blick auf die kleine Straße, die auf den Wunderpunkt seines Dorfes zuführt. "Manchmal ist es schwer, vom Hof zu kommen oder mit dem Fahrrad zu fahren", weiß der 87-Jährige, der zusammen mit seiner Frau ein Haus mit großem Garten bewohnt. "Manchmal sind die Leute unaufmerksam, aber eigentlich stört mich das Ganze nicht so richtig." So komme wenigstens ein bisschen Leben in den Ort. Den Wunderpunkt am Herrenhaus meidet der Senior aber, auch, weil er nicht mehr so gut zu Fuß ist und sich den Trubel nicht mehr so recht zutraut, verrät er. Einst hat ihm und seiner Frau das Herrenhaus gehört, das nun für etliche Besucher einer der Anziehungspunkte schlechthin während der KLP ist. Und er freue sich, dass dort so viel geboten werde. Probleme mit den Besuchern der KLP hat er nicht, "die sind oft sehr nett und auch ordentlich". Müll habe bisher kaum am Grundstück gelegen.

Auch Rosi Klaucke aus Lübeln freut sich, dass die KLP so viele Besucher anzieht, auch in ihren Wohnort. Denn Lübeln gilt ebenso wie Salderatzen als einer der Hotspots. Dass so viele Leute an ihrem Haus vorbeiströmen, macht der Lübelnerin nichts aus: "Es ist toll, was es hier alles gibt. Das finde ich super." Mit Müll von Touristen hat sie auch keine Probleme, dass Leute auf ihr Grundstück laufen, habe sie bisher nicht beobachtet. Und weil sie die Großveranstaltung so gut findet, hilft sie in Küsten bei den Tortenfrauen mit, erzählt Klaucke.

Ein Mann, der namentlich nicht genannt werden will, sieht das Ganze anders. "Eigentlich verstehe ich mich gut mit den Leuten im Dorf", erzählt der Mann aus einem der KLP-Dörfer, warum er lieber unerkannt bleiben möchte. Die KLP nerve ihn aber schlichtweg, betont er. "Manchmal überlege ich, meine Klingel abzustellen. Es klingelt vor allem am Wochenende manchmal im Minutentakt." Manche würden sogar nach einer Toilette fragen. "Das geht gar nicht", findet der Mann. Durch die ständige Klingelei fühle er sich vor allem in seinem Privatleben eingeschränkt. Auch, dass die Autos teilweise "kreuz und quer mitten im Ort parken" würden, ärgert ihn. Seiner Meinung nach müssten in KLP-Orten überall Halteverbotsschilder aufgestellt werden. So gut es geht, halte er Abstand von der KLP.

Uaffa Mouhandes aus Prisser interessiert sich wenig für die KLP - auch in seinem Wohnort gibt es einen Wunderpunkt. Was ihn störe, sagt der Lüchow-Dannenberger, sei das Verhalten der Besucher im Straßenverkehr: "Die fahren extrem langsam, biegen ohne zu blinken ab und bremsen mitten auf der Straße. Das ist gefährlich." Er erinnere sich noch an den schweren Unfall in Tramm im vergangenen Jahr, der während der KLP passiert war. "Die Leute müssen einfach mehr aufpassen."

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