Online: 21.05.2015 - ePaper: 22.05.2015

Manchen Jugendlichen ist die Kulturelle Landpartie egal, andere mögen die Ausstellungen gar nicht. Aber es gibt auch junge Erwachsene wie Luzie Arndt aus Gühlitz. Und die findet die KLP-Zeit "richtig gut".

Luzie Arndt aus Gühlitz findet die KLP "richtig gut"

ZoomEine typische KLP-Veranstaltung: Modenschau im Hof, als Sitzplätze für die Zuschauer stehen Strohballen zur Verfügung.

Luzie Arndt aus Gühlitz mag die KLP - zum Herumreisen und zum Arbeiten

pw Gühlitz. In diesem Jahr hat Luzie Arndt nicht so viel Zeit wie sonst, um die Kulturelle Landpartie zu erkunden, weil sie jeden Tag arbeitet - und zwar auf der KLP. Tagsüber schiebt die Abiturientin, die am Montag ihre mündliche Prüfung bestanden hat, Standdienst in Gühlitz oder in Güstritz und berät potenzielle Kunden, und an manchen Abenden schreitet sie über einen in Prezier aufgebauten Catwalk, vor dem die Zuschauer auf Strohballen sitzen und die Mode von Anna Lucja Wojtczak auf sich wirken lassen.

Freie Zeit nutzt die 18-Jährige, um wenigstens einige Ausstellungsorte zu besuchen, denn: "Ich finde die KLP richtig gut. Man sollte froh sein, dass es das gibt und man mal irgendwo hin kann, und wenn man Essen gehen will, nicht in ein Restaurant gehen muss, sondern beispielsweise in Püggen Pizza essen kann", sagt Luzie Arndt auch im Hinblick auf "die Leute, die sich über die KLP aufregen. Das sind zwölf Tage!" Danach kehre im Landkreis ja wieder Ruhe ein. Und wenn man sich auch viele der gezeigten Dinge nicht leisten könne, "weil sie überteuert sind, ist es doch auch schön, sie sich anzugucken, weil sie echt schön sind". So wie sie, sehen es die meisten ihrer Freunde und Bekannten.

Die, die mehr Zeit zum Herumfahren haben, erzählen ihr von Highlights, die sich die Gühlitzerin nach Möglichkeit auch noch ansehen will, darunter auch einiges Nicht-Kommerzielles. So hat ihr ein Freund von der "geführten Wahrnehmungsreise" in der RotGrünBlau-Ausstellung von Esther Schuppart in Bülitz erzählt, die ihn sehr beeindruckt hat. "Wenn ich Zeit hätte, würde ich da auch noch gern hin", sagt Luzie Arndt darum.

Da genau die bei ihr in diesem Jahr aber Mangelware ist, muss sie ihre Ziele sorgfältig auswählen. Die "Kulturelle Widerstandsparty" heute in Gorleben gehört auf jeden Fall dazu: "Weil ich schon lange nicht mehr da war, und weil es wichtig ist, dass darauf mal wieder aufmerksam gemacht wird. Es ist schließlich der Ursprung der KLP, und es ist wichtig, dass der Bogen dazu geschlagen wird. Viele wissen gar nicht, dass das so ist", betont die junge Frau, die nach dem Sommer ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren will.

Auf der Mützingenta, die für die meisten trotz ihrer Abspaltung von der KLP untrennbar zu dem Festival zwischen Himmelfahrt und Pfingsten gehört, war sie schon, zum Pizza-Essen und zum Gucken. Denn dort "gibt es einiges zu sehen." Ein weiterer Essensbesuch in Mützingen ist geplant.

Der erst um 18 Uhr öffnende Nachtpunkt in Neu Tramm bietet sich für Luzie Arndt schon wegen des abendlichen Termins nach Feierabend an. Ebenso wie die vielen Feten, von denen schon einige im Terminkalender der 18-Jährigen stehen, unter anderem die "Wir-wachsen-wie-wir-wollen-Party" am Sonntag in Mammoißel.

So gesehen, bekommt sie von der Kulturellen Landpartie doch einiges mit, sehr viel mehr als so manch anderer. Trotzdem findet Luzie Arndt es schade, nicht so viele Wunderpunkte besuchen zu können wie in den vorigen Jahren, als sie mit ihren Freundinnen Fahrradtouren von KLP-Punkt zu KLP-Punkt unternommen hat. Andererseits sei die Arbeit auch eine gute Ausrede, sagt die Gühlitzerin. Denn wer den 344 Seiten starken Reisebegleiter in die Hand nimmt und durchblättert, den kann die schiere Masse an Veranstaltungen und KLP-Orten schon erschlagen.

^ Seitenanfang