Online: 02.07.2015 - ePaper: 03.07.2015

112 Absolventen haben am Donnerstag in einem ersten Teil der Schulentlassungen ihre Zeugnisse erhalten. Einige der Abschlussschüler erreichten eine 1 vor dem Komma.

112 Absolventen mit erfolgreichem Abschluss entlassen

ZoomÜber ihren Abschluss als Jahrgangsbeste an den BBS Lüchow freuen sich (hinten von links) Jörg Herrmann (NawaRo; 2,7), Anika Ebel (Sozialpädagogik; 1,7), Sven Trunczik (Sozialassistenz; 1,6), Marina Besser (Altenpflege; 1,3) sowie (vorne von links) Tuba Atug (Pflegeassistenz; 2,4), Christin Jurk (Sozialassistenz; 1,7), Viktoria Grimm (Sozialpädagogik; 1,6) und Bea-Eileen Ebeling (Sozialpädagogik; 1,6). Auf dem Foto fehlt Jeremy Johnke (Berufsvorbereitungsjahr; 2,9).

fb Lüchow. Er startete nicht am Bahnsteig Neuneinhalb, sondern in der Aula der Berufsbildenden Schulen (BBS) Lüchow: der "Party-Sonderzug 2015". In den für eine "Reise durch das letzte Schuljahr" einzusteigen, lud Claudia Papke die Absolventen gestern ein. Und auch Lehrer, Eltern und andere Gäste durften mitfahren. Die Reise habe nicht nur im vergangenen Schuljahr Höhen und Tiefen gehabt, sagte die Lehrerin bei der Abschlussfeier: "Zu Beginn gab es den Umzug in die neuen Räumlichkeiten, da musste man sich erst dran gewöhnen." Das Programm während der Reise sei sehr abwechslungsreich und vielfältig gewesen. Und vor allem die Fahrten mit den "British Railways" oder dem "Pythagoras-Express" hätten einige Schüler vor große Probleme gestellt. Letztlich aber hätten alle das Fahrziel erreicht. Das hieß nicht Hogwarts, sondern Schulabschluss. "Wir hoffen, dass wir Ihnen ein zufriedenstellendes Angebot während der Reise bieten konnten", sagte Papke und bat die Absolventen um Nachsicht gegenüber möglichen Fehlern der Lehrer.

Aufregend sei es, wie die Reise nun weitergehe, betonte Papke, eine "wilde Fahrt" werde es wohl bleiben. Die Zeit vom 20. Lebensjahr bis zum Rentenalter vergehe nämlich genauso schnell wie die Zeit bis zum Erreichen des 20. Lebensjahres. Um den richtigen Platz im Leben zu finden, müsse jeder sowohl privat als auch beruflich Aufgaben finden, für die es Anerkennung gibt, meinte Papke: "Ich wünsche Ihnen allen viel Erfolg auf der Reise in eine glückliche Zukunft."

In diese Zukunft blicken 112 Schülerinnen und Schüler, die ihre Abschlüsse in den Fachrichtungen Sozialpädagogik, Sozialassistenz, Altenpflege, Pflegeassistenz und Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe (NawaRo) sowie im Berufsvorbereitungsjahr feierten. Gleich zu Beginn bat Schulleiter Stefan Eilts darum, wegen der Sommerhitze die Reden möglichst kurz zu halten. Das sorgte in der stickigen Aula für Applaus. Auch Eilts kam seiner Bitte nach.

Er freue sich, in glückliche, freundliche und lächelnde Gesichter zu schauen: "Ich gratuliere allen herzlich zu ihrem Abschluss." Trotz seines Appells zur Kürze ließ Eilts sich nicht von einem knappen Rückblick auf die vergangenen Jahre abhalten. Die Schüler der Sozialpädagogik zum Beispiel hätten sich gefragt, wofür sie in ihrem Beruf das Lösen linearer Gleichungen benötigten. Die angehenden Sozialassistenten hätten das Thema Tarife bis ins kleinste Detail bearbeitet, genau wie die NawaRo-Schüler die Paragrafen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, erzählte Eilts. "Sätze wie ‚das lern ich nie' gehörten zum Alltag." Letztlich hätten aber doch alle ausreichend gelernt, um ihren Abschluss zu machen. Dass das Lernen aufhöre, wenn man die Schule verlasse, sei ein Trugschluss, warnte Eilts: "Sie werden nie aufhören zu lernen." Dafür sei es wichtig, positiv zu denken. Er bitte die Absolventen, mit offenen Augen und Blick für Chancen durch das Leben zu gehen. Abschließend wünschte der Schulleiter ihnen "für den Weg in das Erwachsenenleben alles erdenklich Gute".

Das wünschten auch Dannenbergs Bürgermeisterin Elke Mundhenk und Lüchows Bürgermeister Manfred Liebhaber: "Sie können stolz sein, Ihr gestecktes Ziel erreicht zu haben", meinte Mundhenk. Egal wie unterschiedlich die Voraussetzungen und die Abschlüsse seien, was zähle, sei die erbrachte individuelle Leistung. Sie hoffe, dass einige der Absolventen Lüchow-Dannenberg nicht verlassen würden: "Wir brauchen gute Leute", betonte Mundhenk. Jeder Schüler habe nun die Chance, sich auszusuchen, was er oder sie tun möchte, sagte Manfred Liebhaber. Dabei sei es ganz wichtig, einen Beruf zu finden, den man gerne mache: "Denn was man gern tut, tut man gut."

Während der Abschlussfeier spielte die Lehrerband "Another brick in the wall" von Pink Floyd und "Simply the best" von Tina Turner. Die Absolventinnen und Absolventen sowie ihre Gäste klatschten im Takt, sangen mit, es gab Jubelrufe. Zum Schluss versammelten sich alle Lehrer der BBS auf der Bühne. Mit dem BBS-Abschlusslied richteten sie noch einmal Grüße an die Absolventen: "Die BBS verlasst Ihr jetzt, wir wünschen Euch viel Glück."

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