Online: 03.07.2015 - ePaper: 04.07.2015

Von 2001 bis 2011 lebte Anne Kleinhans in Bielefeld, studierte dort Pflegepädagogik und arbeitete bei einem Pflegedienst. Als ihre Tochter Leni zur Welt kommt, zieht Kleinhans zurück in ihre Heimat Hitzacker. Ihre Beweggründe schildert sie im 22. Teil der EJZ-Serie "Na DAN(N).

Anne Kleinhans zog 2011 wieder nach Hitzacker - Tochter Leni der entscheidende Grund

ZoomRundum glücklich: Anne Kleinhans wohnt seit 2011 wieder in ihrer Heimat Hitzacker. Der entscheidende Grund für den Umzug von Bielefeld war die Geburt von Tochter Leni.

Lüchow-Dannenberg gilt als ausblutende Region. Doch es gibt Menschen, die hier leben wollen und nirgendwo sonst. Die EJZ-Serie "Na DAN(N)" stellt Menschen vor, die neu nach Lüchow-Dannenberg oder dorthin zurück gezogen sind. Teil 22: Anne Kleinhans aus Hitzacker.

 

fb Hitzacker. Für Kinder ist der Landkreis Lüchow-Dannenberg perfekt zum Aufwachsen. Das findet zumindest Anne Kleinhans: "Ich denke, dass Kinder auf dem Land viel glücklicher sind, als in der Stadt." Deshalb zog die 36-Jährige bereits kurz nach der Geburt ihrer Tochter Leni zurück in ihre Heimat. Seit 2011 leben die beiden nun glücklich in Hitzacker.

Für Anne Kleinhans ist Hitzacker ihre Heimat. Bis 2001 lebte sie dort. Dann zog die gelernte Altenpflegerin nach Bielefeld, um Pflegepädagogik zu studieren. Die Entscheidung für Bielefeld habe keine speziellen Gründe gehabt: "Der Studiengang ist nicht weit verbreitet. Ich hatte Osnabrück und Bielefeld zur Auswahl", erzählt Kleinhans. Beide Städte habe sie vorher nicht gekannt. Nach dem Studium arbeitete sie mehrere Jahre bei einem ambulanten Pflegedienst, übernahm 2009 dessen Leitung. Zwei Jahre später kommt Tochter Leni zur Welt. Anne Kleinhans zog da-raufhin zurück nach Hitzacker, wo ihr Bruder das Hotel "Zur Linde" betreibt. Zunächst sei sie gut zwei Jahre lang in Elternzeit gewesen, ehe sie ihren "Platz im Familienbetrieb gefunden hat". Irgendwann wolle sie aber wieder im Pflegedienst arbeiten.

Im Moment sei sie sehr glücklich in Hitzacker. Besonders gefalle ihr der Landstrich. Dessen "unverwechselbare Silhouetten" habe sie bei Fahrten aus Bielefeld in die Heimat immer sofort erkannt, schwärmt die 36-Jährige: "Das beginnt aus Richtung Bielefeld kommend kurz hinter Uelzen mit der tollen, abwechslungsreichen Landschaft." Kinder könnten viel draußen spielen und sich freier bewegen, als in einer Stadt. Der Entschluss, nach der Geburt ihres Kindes zurück in die Heimat zu gehen, stand schon früh fest: "Ich habe immer gesagt, wenn ich mal Kinder habe, sollen sie Elbkinder werden wie ich", erzählt Anne Kleinhans grinsend. Und so ist es jetzt auch. Die vierjährige Leni wächst in Hitzacker auf, geht in den evangelischen Kindergarten. Mutter und Tochter nutzen jede Möglichkeit, sich draußen aufzuhalten.

Und das Beispiel Anne Kleinhans ist kein Einzelfall: "Im Kindergarten treffe ich immer wieder meine Kindergarten-Kumpels von damals", erzählt die glückliche Mutter. Viele von ihnen hätten mehrere Jahre in Berlin oder anderen Großstädten gelebt und seien nach der Geburt ihrer Kinder zurück nach Hitzacker gezogen. Das zeige, dass Lüchow-Dannenberg viel mehr zu bieten hat, als viele Auswärtige denken: "Es gibt hier viele kreative Leute, die viele schöne Sachen auf die Beine stellen", betont Kleinhans. Da seien zum Beispiel die Kulturelle Landpartie oder mehrere Musikfestivals zu nennen. Dass viele Menschen schimpfen, man könne in Lüchow-Dannenberg nichts unternehmen und sei von allem abgeschnitten, könne sie deshalb überhaupt nicht verstehen: "Man muss halt selbst aktiv werden und sich nach Möglichkeiten umschauen." Man müsse versuchen, offen auf die Menschen zu zugehen und sich eine Art Netzwerk aufzubauen, sodass man in viele Richtungen mit Menschen verbunden sei, erklärt Kleinhans.

Ohnehin sei der eigene Umgang mit anderen Menschen sehr wichtig: "Wenn man selbst offen auf andere zugeht, sind sie meist auch offener." In Lüchow-Dannenberg sei das besonders einfach. Die Menschen seien viel zugewandter, als die in Bielefeld: "Ich bin unvoreingenommen nach Nordrhein-Westfalen gegangen, aber da leben wirklich - den Klischees entsprechend - viele Sturköpfe", erzählt Anne Kleinhans. Im Wendland gebe es zwar auch ein paar davon, aber die meisten Menschen seien sehr offen und herzlich. Es sei ihre beste Entscheidung gewesen, wieder in die Heimat zurückzukehren - auch für Tochter Leni.

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