Online: 10.07.2015 - ePaper: 11.07.2015

Der Dannenberger Matthias Hüppner hat sein Abitur am Fritz-Reuter-Gymnasium mit der Traumnote 1,0 abgelegt. Zum seinem Erfolgsrezept zählt es, regelmäßig Hausaufgaben zu machen und im Unterricht gut mitzukommen. Der 19-Jährige strebt ein Medizin-Studium an.

Matthias Hüppner aus Dannenberg besteht seine Reifeprüfung mit 1,0

ZoomDie Traumnote 1,0 im Abitur erleichtert es Matthias Hüppner aus Dannenberg, sein angestrebtes Medizin-Studium zu bekommen. Darauf bereitet er sich gerade mit einem Pflegepraktikum in der Dannenberger Klinik und diesem Grundlagenbuch vor.

tl Dannenberg. Wie oft war Matthias Hüppner genervt von seinen Eltern: Immer wieder haben sie ihm einen Vortrag gehalten, wie wichtig Hausaufgaben sind, wie wichtig das Lernen sei. Heute ist der 19-Jährige froh, dass seine Eltern so hartnäckig waren. Denn er zählt es mit zum Erfolgsrezept für die Traumnote 1,0 im Abitur am Gymnasium Dannenberg.

"Wer regelmäßig Hausaufgaben macht und im Unterricht gut mitkommt, hat die Hälfte der Miete bereits geschafft", ist Hüppner überzeugt. Eigentlich wäre es eine 1,1 gewesen. Doch Hüppner ließ sich im Fach Geschichte nachprüfen, lieferte nach einer guten drei in der Hauptprüfung eine glatte eins in der Nachprüfung ab. Und schaffte damit die 1,0. Die Welt liegt ihm nun quasi zu Füßen. Doch was macht ein 19-Jähriger mit diesem Abi-Schnitt?

"Ich möchte im Oktober ein Humanmedizin-Studium beginnen", erzählt Hüppner. Er hofft auf den sogenannten Modellstudiengang in Hamburg, bei dem Theorie und Praxis vom ersten Semester an verknüpft sind. Mit der 1,0 dürfte es aber nicht schwer werden, an den Platz zu kommen. Am Dienstag hat er sich beworben. Vielleicht will er später eine eigene Praxis eröffnen. Im Moment bereitet er sich schon aufs Studium vor, nutzt die Phase nach dem Abi für ein Pflegepraktikum in der Chirurgie der Klinik Dannenberg. Ein Vollzeitjob, der schon eine Umstellung zum Schülerleben sei, meint der Abiturient.

Dieses sei ihm im Übrigen nie so richtig schwer gefallen, wenn er ans Lernen denkt. "Für die Abiturprüfungen habe ich allerdings deutlich mehr gelernt, manchmal aber eben auch nur den Abend davor." Er fühlte sich gut vorbereitet, war aber vor den Prüfungen wie jeder andere Schüler auch ordentlich aufgeregt, bevor es losging. Sein Erfolgsrezept: "Während der Klausur blende ich die Aufregung einfach aus, und wenn ich mal nicht weiter wusste, habe ich die Aufgabe später gemacht." In den Abiprüfungen in Bio, Chemie und Deutsch reichte es zu einer glatten Eins, die mündliche Prüfung in Englisch brachte ihm sogar eine 1+, das sind nach Oberstufenmodell 15 Punkte. Mehr geht nicht. Das Schuljahr in den USA, das er nach der 10. Klasse einlegte, habe ihm mit Sicherheit zu dieser Leistung verholfen, sagt Hüppner. Den einzigen Ausreißer leistete er sich im Fach Geschichte: neun Punkte, eine 3+. "Dadurch bin ich drei Punkte an der 1,0 im Schnitt vorbeigerutscht. Und deshalb habe ich mich ganz spontan zur Nachprüfung entschieden."

Bei aller Leichtigkeit beim Lernen laste aber immer ein gewisser Druck bei solch einer Leistung: "Viele haben gesagt: 1,1 war ja klar. Außerdem habe ich vor dem Abi ausgerechnet, welche Noten ich brauche, um auf 1,0 zu kommen. Das war zwar ein Traum, aber ich hätte nie gedacht, dass das Wirklichkeit wird."

Es war der Druck, jetzt nicht zu versagen, vor allem, weil es alle in gewisser Weise erwartet hatten. Matthias Hüppner hat es aber geschafft. Auch Dank seiner Familie und seiner Freundin, sagt der 19-Jährige. Und übrigens: "Ich bin während des Abistresses auch zur Scheunenfete gegangen, habe den 18. Geburtstag meiner Freundin gefeiert. Und Hausaufgaben habe ich auch mal kurz vor dem Unterricht gemacht", erzählt er lachend. Eigentlich ja doch ein ganz normaler Schüler.

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