Online: 21.08.2015 - ePaper: 22.08.2015

2011 schauten sich Christina und Werner Kanavc sofort ein dänisches Ferienhaus in Gartow an. Seit 2013 wohnen sie nun dort. Warum sie aus Hamburg nach Gartow gezogen sind und wie sie Lüchow-Dannenberg wahrnehmen, erzählen sie im 28. Teil der EJZ-Serie "Na DAN(N)".

Christina und Werner Kanavc leben seit 2013 im ehemaligen Feriendorf in Gartow

ZoomSie lassen es sich im ehemaligen Feriendorf in Gartow gut gehen: Christina und Werner Kanavc kauften 2011 ein dänisches Ferienhaus im Juwel-Dorf und zogen 2013 von Hamburg nach Lüchow-Dannenberg.

Lüchow-Dannenberg gilt als ausblutende Region. Doch es gibt Menschen, die hier leben wollen und nirgendwo sonst. Die EJZ-Serie "Na DAN(N)" stellt Menschen vor, die neu nach Lüchow-Dannenberg oder dorthin zurück gezogen sind. Teil 28: Christina und Werner Kanavc aus Gartow.

 

fb Gartow. Eine Anzeige im Hamburger Abendblatt brachte Christina und Werner Kanavc auf die Idee, nach Gartow zu ziehen: "Wir waren auf der Suche nach etwas Neuem, und dann stand dort in der Zeitung ‚dänisches Ferienhaus in Gartow am See zu verkaufen'", erzählt die 70-Jährige fröhlich. Von Hamburg aus fuhr das Ehepaar damals los, um sich das kleine Haus im Juwel-Dorf anzuschauen. "Wir haben uns gleich in das Haus verliebt", sagt Werner Kanavc. Das dänische Ferienhaus habe ihn an eine kleine Almhütte aus seiner Heimat erinnert, schwärmt der gebürtige Österreicher.

Das war 2011. Gekauft haben sie das Haus sofort, richtig eingezogen seien sie aber erst zwei Jahre später. Er habe zunächst noch zwei Jahre in Hamburg arbeiten müssen, bevor er in Rente gehen konnte, erklärt der 65-Jährige. In Hamburg haben er und seine Frau sich auch kennengelernt - im Jahr 1979. Die Hochzeit folgte ein Jahr später in Österreich, weil sie das Gefühl hatten, dass der Standesbeamte in Hamburg sie nicht trauen wollte, betont Christina Kanavc lachend: "Er hat mich gefragt, warum ich einen Ausländer heiraten will." Deshalb dann die Trauung während eines Ski-Urlaubs in Österreich.

Lange Zeit lebten die beiden anschließend gemeinsam in Hamburg, hauptsächlich wegen der kurzen Arbeitswege. Nachdem sie in Rente gegangen war, habe sie eine Galerie mit einer Malschule in Hamburg eröffnet, erzählt Christina Kanavc, die auch in Gartow ein kleines Atelier auf dem Grundstück hat und leidenschaftlich gern malt. Für sie war Lüchow-Dannenberg nicht ganz neu. Von 1968 bis 1972 lebte sie bereits vier Jahre lang in Großwitzeetze und in Lüchow, weil ihr erster Ehemann beim Zoll an der Grenze in Großwitzeetze stationiert war. Nach Hamburg sei sie letztlich nur gezogen, weil eines ihrer beiden Kinder an einer Behinderung leidet, die nur in Hamburg therapiert werden konnte.

An die Großstadt hätten sie sich beide gewöhnt, betont Christina Kanavc, aber so ein richtiges Heimatgefühl sei dort nie aufgekommen. Das ist in Gartow nun ganz anders: "Wir fühlen uns hier total wohl", sagt Werner Kanavc. Sie hätten viel mehr Kontakt mit den Nachbarn, und alles sei weniger hektisch als in Hamburg. Sie hätten in Gartow "phänomenale Menschen" getroffen, sagt seine Ehefrau. Alle würden sich gegenseitig helfen und zusammen engagieren.

Der Ort Gartow als solcher sei ideal, weil "man hier alles hat, was man braucht", findet Christina Kanavc, die aus der Nähe von Braunlage im Harz stammt. Dort sei die Region zwar sehr touristisch geprägt, aber ein "bisschen depressiv". Lüchow-Dannenberg mache besonders, dass "es immer ein Randgebiet war und die Leute dadurch irgendwie mehr mitein-ander verbunden sind", meinen die Kanavcs. Landschaftlich habe Lüchow-Dannenberg ebenfalls viel zu bieten. "Wir fahren oft einfach mit dem Fahrrad oder dem Motorrad los und erkunden die Gegend", schwärmt Werner Kanavc. Die Heide, die Wälder, die Elbe und die vielen schmalen Straßen und Wege würden das Motorradfahren immer wieder spannend machen. Zudem haben die Kanavcs ja auch den Gartow-er See vor der Tür. "Eigentlich hatten wir gehofft, dort surfen zu können, aber dazu fehlt der starke Wind", sagt Christina Kanavc grinsend. Aber baden können die beiden aktiven Rentner dort auf jeden Fall.

Außerdem sei im Kreisgebiet kulturell einiges los: "Wenn man's möchte, kann man jeden Tag irgendwas unternehmen", sagt Werner Kanavc. Da komme nie Langeweile auf, und seine Frau ergänzt: "Das ist wie in Hamburg, nur kuscheliger."

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