Online: 09.09.2015 - ePaper: 10.09.2015

Vier Leute haben eine Hilfsgruppe für Flüchtlinge in Lüchow-Dannenberg auf Facebook eröffnet

ZoomZehn Minuten hat‘s gedauert, dann war die Facebook-Gruppe „Wendland-Humanity (Hilfe für Flüchtlinge)“ ins Leben gerufen. Um die Gruppe kümmern sich Sabine Huthmann, Barbara Fröhlich, Alexander Ottavio und Dennis Legart.

tl Hitzacker. "Das war ganz spontan. In zehn Minuten stand das Ding", erzählt Sabine Huthmann. Zusammen mit Barbara Fröhlich, Alexander Ottavio und Dennis Legart hat sie die Gruppe "Wendland-Humanity (Hilfe für Flüchtlinge)" im sozialen Netzwerk Facebook ins Leben gerufen. Eine Gruppe, die die Hilfe für Flüchtlinge in Lüchow-Dannenberg koordinieren will.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Menschen aus Hitzacker auf Facebook zusammentun, um per Mausklick zu helfen. Bereits nach einem Hausbrand und bei der Elbeflut haben Hitzackeraner eine Hilfsgruppe auf die Beine gestellt. "Wendland-Humanity" hatte bis Mittwochnachmittag mehr als 470 Mitglieder - Tendenz steigend.

"Ich war im privaten Umfeld schon dabei, mit Freunden zusammen Spenden zu sammeln, mit dem Ziel, diese beim Café Zuflucht abzugeben", erzählt Huthmann. "Etwa zeitgleich schrieb Barbara, die sozial sehr engagiert ist, mich an, was ich von einer Onlinegruppe zu diesem Thema halten würde. Ich fand die Idee klasse und so sind wir ziemlich spontan entstanden, inklusive Alexander Ottavio und Dennis Legart, die auch sofort zugesagt und ihre Hilfe angeboten haben", freut sich Sabine Huthmann. In der Gruppe ist ordentlich was los. Die einen wollen wissen, was noch gebraucht wird, die anderen bieten sogar einen Fahrdienst an, um die Spenden in die Sammelstellen des Deutschen Roten Kreuzes in Lüchow und Dannenberg zu bringen. In der Gruppe taucht so ziemlich alles auf: Telefonnummern, Hinweise zur Abgabe von Spenden, auch rechtliche Fragen, wie es zum Beispiel damit sei, Flüchtlinge privat unterzubringen. Längst geht es im Übrigen in der Gruppe nicht mehr nur um die Flüchtlinge in der Notunterkunft Lüchow, sondern auch um diejenigen, die Lüchow-Dannenberg laut Regelquote weiterhin zugewiesen werden. Erst diese Woche kamen weitere Flüchtlinge an der Kreisverwaltung an. Auch für Hilfe für diese Menschen ist die Gruppe mittlerweile Anlaufpunkt.

"Es ist überwältigend, wie groß die Hilfsbereitschaft ist", erzählt Sabine Huthmann. Die Gruppe sei gerade einmal eine Woche alt und funktioniere jetzt schon quasi als "Selbstläufer", so nennt sie es. Nebenher haben die vier Administratoren aber auch einen Chat laufen, in dem sie einiges nebenher organisieren. Und das alles in ihrer Freizeit. "Manchmal sitzt man einen ganzen Nachmittag am Computer, um Fragen zu beantworten, zu koordinieren, Infos herauszugeben. Aber es macht unglaublich viel Spaß."

Von einzelnen negativen Kommentaren - "nach dem Motto: Was macht ihr da überhaupt. Oder: Helft doch erstmal den eigenen Leuten, nicht den Flüchtlingen" - lasse sie sich nicht entmutigen, sagt Huthmann. Das treffe auch auf die anderen drei Helfer zu. Und die engagieren sich teils auch außerhalb des Internets, tragen Spenden zusammen und bringen sie zu den Sammelstellen, sagt Huthmann.

Mittlerweile sammeln die Helfer auch Spenden zusammen, die für die eventuelle Erstaufnahmestelle in Neu Tramm gedacht sind. Virtuell sei die Spendenbereitschaft höher, meint Huthmann, auch, weil die Hemmschwelle niedriger sei, nachzufragen. "Manche wissen nicht, wie sie an die Sammelstellen herantreten sollen." Deshalb sei diese Gruppe, die nach ihren Infos die einzige ihrer Art für Lüchow-Dannenberg sei, so wichtig. Und deshalb wollen Sabine Huthmann, Barbara Fröhlich, Alexander Ottavio und Dennis Legart auch unbedingt weitermachen.

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