Online: 14.09.2015 - ePaper: 15.09.2015

Pablo Rudolph, Fabian Bosselmann und Anton Richter bringen Flüchtlingskindern das Skaten bei, verschenken und reparieren Skateboards für die ausländischen Kinder.

Drei Jungs aus der Skaterszene Wendland verschenken und reparieren Skateboards für Flüchtlingskinder

ZoomSie bringen Flüchtlingen das Skateboard-Fahren bei und schenken ihnen gespendete und reparierte Rollbretter: Pablo Rudolph (von links), Fabian Bosselmann und Anton Richter.

tl Lüchow. Viele Worte braucht es bei Anton Richter, Pablo Rudolph und Fabian Bosselmann nicht. Sie zeigen es den Flüchtlingen lieber ganz praktisch. Einfach rauf aufs Skateboard und dann losfahren. "Am Anfang waren es nur ein paar Kinder, die uns im Skatepark zuerst zugeschaut und dann mitgemacht haben. Am nächsten Tag waren es gut 15 Kinder und Jugendliche", sagt Fabian Bosselmann. Die drei Jungs gehören zum harten Kern der Skaterszene, die sich regelmäßig auf dem Gelände nahe der Lüchower Grundschule trifft. Darauf sind auch einige Flüchtlingskinder, die nur ein paar Meter weiter in der Notunterkunft untergebracht sind, aufmerksam geworden.

Berührungsängste hatten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht. "Mensch ist Mensch", sagt Bosselmann ganz nüchtern und lächelt. Dass die jungen Skateboarder offen sind, hat sich anscheinend in der Notunterkunft herumgesprochen: 30 Jugendliche sind es am Freitag, die zusammen mit den Lüchower Jungs den noch spärlich bestückten Park nutzen. Egal, ob mit Fahrrad, auf Inlinern oder dem Skateboard - alle haben Spaß. Und die Wendland-Skater haben sich noch mehr für die Kleinen aus der Unterkunft ausgedacht: "Wir haben ihnen Boards geschenkt", erzählt Anton Richter. "Die haben wir vorher zurecht gebastelt. Oder sie schon fertig gespendet bekommen", ergänzt Bosselmann. "Die waren richtig stolz darauf, ein Board zu besitzen."

Weil sie auch die anderen Flüchtlingskinder nicht enttäuschen wollten, suchten sie immer weiter nach nicht mehr genutzten Boards. "Die Hilfsbereitschaft war groß. Jeden Tag kamen Spenden", sagen die drei Jungs, die über ihre Facebook-Seite "Wendland Skateboarding" nach Spenden suchten. Auch jetzt können sie immer noch Inliner, Fahrräder oder Skateboards gebrauchen. "Damit wir alle fröhlich stimmen können", sagt Fabian Bosselmann.

Und dann kann es auch wieder auf die Piste gehen: Kickflips, Flattricks, Boardslides, Grindslides. Anton Richter, Pablo Rudolph und Fabian Bosselmann bringen den Flüchtlingskindern alles bei, was sie so können. "Und wenn jemand hinfällt, dann steht er gleich wieder auf und macht weiter." Weiter machen wollen auch die drei Jungs. Sie hoffen auf weitere Spendenzusagen, "einfach eine Nachricht an unsere Facebook-Seite schicken".

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