Online: 14.09.2015 - ePaper: 15.09.2015

Viele Flüchtlinge aus Lüchower Notunterkunft weitergezogen, 30 neue angekommen

ZoomGestern sind 30 neue Flüchtlinge in der Notunterkunft in Lüchow eingetroffen. Weil in etwa die gleiche Anzahl mittlerweile freiwillig in teils andere Länder abgewandert ist.

tl Lüchow. Die einen gehen, die anderen kommen: Rund 30 neue Flüchtlinge sind am Montagabend gegen 18 Uhr in der Lüchower Notunterkunft angekommen. Sie sind direkt von der Landesaufnahmebehörde in Braunschweig nach Lüchow geschickt worden, bestätigte Lena Kopetz, die Pressesprecherin der Johanniter. Damit werde die Kapazität von 500 in der Lüchower Polizeiunterkunft aber nicht überschritten. Die Zahl liegt sogar deutlich darunter.

Die Neuankömmlinge konnten in Lüchow untergebracht werden, weil mehr als 100 Betten in den vergangenen Tagen frei geworden seien, erklärte Kopetz: "Einige Flüchtlinge, die vor gut einer Woche in Lüchow angekommen waren, sind freiwillig teils in andere Länder abgewandert." Die 30 neuen Flüchtlinge haben den gleichen Status wie jene von vor einer Woche: "Sie sind noch nicht im Asylverfahren", betont Kopetz. Sie alle müssten das gleiche Verfahren durchlaufen, um auch an ihren Hausausweis zu kommen. Was mit den übrigen leeren Betten passiert, ist noch nicht klar.

Seit Tagen geisterten Gerüchte umher, dass teilweise bis zu 150 Flüchtlinge aus der Lüchower Notunterkunft verschwunden seien. In Richtung Schweden oder Niederlande. "Ganz wichtig ist: Die Flüchtlinge dürfen sich rund um die Uhr frei bewegen, sie sind nicht an das Gelände in Lüchow gebunden", erklärt Wiebke Hennig, Pressesprecherin der Polizei. Lüchow sei eben nur eine Zwischenstation für sie. "Diese Wanderung ist aber kein zentrales Problem", meint Kopetz. Bei der Versorgung schaue man, was tagesaktuell gebraucht werde. "Schlimmer wäre es, wenn wir nicht alle satt bekämen." Auch für die Polizei spiele das Fortbleiben der Flüchtlinge nur eine "untergeordnete Rolle".

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