Online: 20.09.2015 - ePaper: 21.09.2015

Weitere Notunterkunft für 600 Flüchtlinge entsteht in Dannenberg

ZoomEinige Rollos sind schon hochgezogen, andere noch nicht: Das DRK und die Kreisfeuerwehrbereitschaft waren auch am Sonntag im Einsatz, um die Polizeiunterkunft im Breeser Weg in Dannenberg für rund 600 Flüchtlinge zu ertüchtigen.

tl Dannenberg. Rund 600 neue Flüchtlinge könnten schon ab Montagmittag in Dannenberg eintreffen. Die Bereitschaft des hiesigen Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und Teile der Kreisfeuerwehrbereitschaft haben schon Sonnabendabend damit begonnen, die Polizeiunterkunft im Breeser Weg bezugsfertig zu machen. Das Innenministerium habe "in direkter Abstimmung mit dem DRK vor Ort und dem DRK-Landesverband" den Auftrag erteilt, die Liegenschaft zu ertüchtigen, bestätigt Ministeriumssprecher Matthias Eichler. 600 sei die derzeitige Höchstgrenze, von der man beim Innenministerium und dem DRK ausgehe. Das DRK ist Betreiber der Einrichtung. Ob die 600 Flüchtlinge auch wirklich am Mittag eintreffen, war zunächst aber noch unklar. Ebenso, wo diese Flüchtlinge herkommen.

Insgesamt wären dann, wenn die Dannenberger Unterkunft bezogen wird, mit der Notunterkunft in Lüchow (rund 430) und der sogenannten Regelquote an Flüchtlingen (ebenso rund 430) rund 1460 Flüchtlinge in Lüchow-Dannenberg untergebracht. Die 1030 aus den beiden Notunterkünften wären allerdings noch nicht in einem laufenden Asylverfahren.

Die Entscheidung für Dannenberg dürfte für viele überraschend kommen. Noch im vergangenen Jahr hatte das Land diese Unterkunft als Erstaufnahmeeinrichtung abgelehnt - aus Brandschutzgründen, hieß es damals (EJZ berichtete). Nun also doch Dannenberg. Für den Brandschutzprüfer des Landkreises, Andreas Arndt, ist jedoch nicht die jetzige, sondern die damalige Entscheidung verwunderlich. "Ich war damals nicht mit einbezogen. Nun haben wir alles geprüft und festgestellt, dass mit wenigen Nachrüstungen alle Brandschutzvorgaben eingehalten werden können", erklärte er am Sonntagvormittag bei der Begehung des Geländes. Um den Brandschutz auch während des Betriebes sicherzustellen, gebe es für jeden Containerblock einen Beauftragten, der sich darum kümmere.

Klar ist: Die Entscheidung für Dannenberg fiel recht kurzfristig. "Das Land sucht seit mehreren Wochen landesweit nach geeigneten Standorten zur Erstaufnahme von Flüchtlingen und aufgrund der unvorhersehbar hohen Zugangszahlen auch nach Notunterkünften. Von daher ist es nicht ungewöhnlich, wenn Entscheidungen für bestimmte Standorte kurzfristig fallen", erklärte Ministeriumssprecher Eichler. Trotz der kurzfristigen Alarmierung laufe bisher alles reibungslos, freut sich DRK-Kreisgeschäftsführer Matthias Hanelt: "Wir hatten das Meldesystem am Sonnabend gegen 16.45 Uhr schon komplett hochgefahren." Die Freiwilligen beziehen Betten, stellen die komplette Infrastruktur des Geländes wieder her. Mit dabei seien auch das Gesundheitsamt des Landkreises und Ärzte über die Dannenberger Klinik. Und die Kreisfeuerwehr: Alles laufe "Hand in Hand".

Damit meint Hanelt das Zusammenspiel zwischen DRK und Feuerwehr. Denn die Kreisbereitschaft greife dem DRK tatkräftig unter die Arme, erklärte Kreisbrandmeister Claus Bauck am Sonntag. "Wir waren Sonnabendabend schon mit 25 Leuten im Einsatz, und auch am Sonntag helfen wir mit." Unter anderem wird sich der Verpflegungszug erst einmal um die Essensausgabe kümmern.

Zwar betonte unter anderem auch Dannenbergs Stadtdirektor Jürgen Meyer (parteilos), dass "wir im Moment mit 600 Flüchtlingen rechnen". Doch immer wieder heißt es, dass durchaus noch mehr dort untergebracht werden könnten. Die Unterkunft sei damit nicht voll belegt. Die Höchstzahl von 600 sei "bis auf Weiteres der Plan", erklärt dazu Matthias Eichler.

In Sachen Spendensammlung will Hanelt im Moment den Ball noch flach halten: "Erst einmal muss sich hier alles einfinden. Und dann müssen wir schauen, welchen Bedarf es überhaupt gibt. Daher bitte jetzt noch nicht das DRK mit Spendenanfragen überhäufen", bittet der Kreisgeschäftsführer. Es gebe auch noch Bestände von der ersten Sammlung. Sehr wohl könne er aber schon jetzt sagen, dass man auch in der Dannenberger Unterkunft wieder freiwillige Helfer braucht, um Kleidung auszugeben. Nähere Infos dazu hält das DRK auf seiner Homepage bereit: www.drk-dan.de.

^ Seitenanfang