Online: 25.09.2015 - ePaper: 26.09.2015

Thomas und Elena Bethge wohnen mit ihren beiden Söhnen Fiete und Carl seit März in Gartow

ZoomThomas und Elena Bethge leben seit März diesen Jahres wieder in Lüchow-Dannenberg. Vor allem für die beiden Söhne Fiete (links) und Carl sei das besonders schön, weil sie mit Natur und ihren Großeltern aufwachsen können.

Lüchow-Dannenberg gilt als ausblutende Region. Doch es gibt Menschen, die hier leben wollen und nirgendwo sonst. Die EJZ-Serie "Na DAN(N)" stellt Menschen vor, die neu nach Lüchow-Dannenberg oder dorthin zurück gezogen sind. Teil 32: Thomas und Elena Bethge aus Gartow.

 

fb Gartow. Die Geschichte ihrer Liebe könnte auch das Drehbuch eines Hollywood-Streifens sein: Im Alter von 15 Jahren waren die beiden das erste Mal ein Paar. Es war die große Jugendliebe. Dennoch verloren sich Thomas und Elena Bethge für rund sechs Jahre aus den Augen, hatten keinen Kontakt, nachdem Elena Bethge für ihr Abitur und ihre Ausbildung zur Hebamme nach Berlin gezogen war. Erst 2004 trafen sie sich auf einer Weihnachtsparty in Gartow wieder. Und die alten Gefühle kamen wieder hoch. Seitdem sind sie nun zum zweiten Mal ein Paar. Geheiratet haben sie 2011 standesamtlich und 2012 kirchlich. Und seit März diesen Jahres wohnen sie sogar wieder in ihrer Heimat Lüchow-Dannenberg, genauer: in Gartow.

Dass sie irgendwann wieder zurückkommen würden, hätte sie nie gedacht, gibt Elena Bethge zu. Die gelernte Hebamme ist in Prezelle aufgewachsen, ihr Ehemann in Gartow. "Es gibt hier eigentlich wenige Jobs im Ingenieurwesen", begründet Thomas Bethge die Aussage seiner Frau. Dass sie nun seit März diesen Jahres doch wieder Gartow wohnen, hat hauptsächlich zwei Gründe. Zum einen hatte er die Möglichkeit, in den Familienbetrieb Bethge Metallbau in Gorleben einzusteigen, sagt der 34-Jährige, der in Hamburg Fahrzeugbau studiert hat.

Zum anderen sei Lüchow-Dannenberg für ihre Söhne, den dreieinhalb Jahre alten Fiete und den fünf Monate alten Carl viel schöner. "So können sie viel Zeit mit ihren beiden Omas verbringen", schwärmt Elena Bethge. Dadurch würden die Kinder mehr Einflüsse in der Erziehung bekommen. Gartenarbeit, das Pflanzen und Ernten von Kartoffeln sowie das Moosbauen im Wald - all das gehöre einfach dazu. Es sei toll, dass die Kinder in der Natur spielen können und nicht - wie in der Stadt - auf Spielplätze mit fertigen Gerüsten angewiesen seien. "Fiete ist ein Draußen-Kind", sagt Elena Bethge. Sie selbst ist zurzeit noch in Elternzeit, wolle aber ab Oktober ein Schwangerenfrühstück mit organisieren und bald freiberuflich als Hebamme arbeiten, erzählt die 34-Jährige.

Bevor das Ehepaar nach Gartow zog, wohnten die beiden sechseinhalb Jahre zusammen in Flensburg. Das Leben dort habe viele positive Seiten, sind sich Thomas und Elena Bethge einig - Strand, Meer, die Nähe zu Dänemark. Und auch die Flensburger seien genauso offen und freundlich wie die Lüchow-Dannenberger: "Unsere Flensburger Freunde fehlen uns schon", meint Thomas Bethge. Außerdem vermisse er das regelmäßige Kitesurfen nach Feierabend. Dennoch sei es schön, wieder in der Heimat zu leben, weil "das hier alles etwas alternativer ist, und wir uns hier einfach verwurzelt fühlen", sagt seine Ehefrau. Zudem sei das Wetter in Lüchow-Dannenberg immer besser als in Flensburg: "Hier sind immer so zehn Grad mehr."

Gut sei auch, dass der Weg nach Berlin und Hamburg nicht weit sei. Sie habe noch einige Freunde in Berlin, die sie ab und zu mal besuche, erzählt Elena Bethge. Mit dem Zug sei man schnell in der Hauptstadt. Auf den ersten Blick sei Gartow zwar ab vom Schuss, aber "in Deutschland ist es viel zentraler gelegen als Flensburg", fügt ihr Ehemann hinzu. Große Unterschiede zwischen den Menschen in Flensburg und den Lüchow-Dannenbergern könne er nicht erkennen, meint Thomas Bethge. Im Leben miteinander falle eines dennoch gravierend auf: "Hier kennt fast jeder jeden, und man achtet aufeinander und passt auf", sagt Elena Bethge. Das sei definitiv positiv.

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