Online: 15.10.2015 - ePaper: 16.10.2015

Landrat auf der Suche nach weiteren Unterkünften für Flüchtlinge

ZoomDer Landkreis sucht weitere Objekte zur Unterbringung von Füchtlingen.

tj Lüchow. Landrat Jürgen Schulz rechnet nicht damit, dass Lüchow-Dannenberg längere Zeit von der vom Land geforderten Amtshilfe bei der weiteren Notunterbringung von Flüchtlingen ausgenommen bleibt: „Möglicherweise ändert sich das übers Wochenende.“ Das Land hatte am Mittwoch die Kommunen zur Amtshilfe aufgefordert, zunächst diejenigen, in denen es noch keine Erstaufnahmen oder Notunterkünfte gibt. Bei der genannten Zahl von 4 000 Flüchtlingen und einem Zustrom von rund 1000 pro Tag nach Niedersachsen sei absehbar, wann „die erste Phase zu Ende ist“, sagte Schulz.

Von drohendem Staatsnotstand spricht Landrat Jürgen Schulz (parteilos) in Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise - und betont die Bereitschaft des Landkreises, sich den Anforderungen zu stellen. Außer der angebotenen Erweiterung der Dannenberger Unterkunft wolle die Kreisverwaltung die Flüchtlinge, die dauerhaft nach Lüchow-Dannenberg kommen, beschleunigt in den Kreis holen. Man führe deshalb Gespräche mit Wohnungseigentümern. Auch eine solche Beschleunigung schaffe in den temporären Unterkünften Plätze und dem Land etwas Luft.

Aber auch dann sei weiterer Bedarf zu erwarten, meint Schulz. Der Krisenstab im Kreishaus habe "sämtliche Liegenschaften im Auge", die für weitere Notunterkünfte in Frage kämen und verhandle zum Teil bereits. Dabei geht es um leerstehende oder nicht dauerhaft genutzte Gebäude, "Rund ein Dutzend", nennt der Landrat in diesem Kontext eine Zahl. Sporthallen sind nicht darunter. Es sei nicht schwer, sich zu denken, um welche Gebäude es gehe. "Rein theoretisch ist da Platz für mehrere 100 Menschen." Die Kommunen könnten tatsächlich "den einen oder anderen Raum finden, den das Land nicht findet", kommentiert Schulz die Amtshilfe-Forderung.

Dazu braucht es auch Menschen, die in den Unterkünften Wohnende betreuen. "Mehr als jetzt geht gar nicht", gibt der Landrat die Einschätzung der organisierten freiwilligen Helfer wieder. Ihre Leistung und die der privaten Helfer sei "großartig". Aber der DRK-Kreisverband etwa werde keine weitere Unterkunft betreiben. Der Kreis spreche mit anderen potenziellen Trägern, die "sich bisher zurückgehalten haben".

Geld sei aktuell nicht das Problem, sagt Schulz. Zwar werde der Kreis keine der vom Land angebotenen freiwilligen Vereinbarungen unterschreiben, die von "deutschem Bürokratismus" geprägt seien, während es derzeit darum gehe, "die gröbste Not zu lindern. An den darin vorgesehenen 46 Euro, die das Land pro Tag und untergebrachtem Flüchtling den Kommunen anbiete, würden sich wohl auch die Kostenerstattungen in anderen Fällen orientieren. Das müsse mit dem Land verhandelt werden. "Man muss aber damit rechnen, nicht jeden Cent erstattet zu bekommen."

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