Online: 16.10.2015 - ePaper: 17.10.2015

Für Hans-Joachim Kintzel und seine Ehefrau Irene Kintzel-Dybus ist das Wendland ein Ort zum Wohlfühlen. Weshalb sie 2013 nach Lüchow-Dannenberg gezogen sind und was ihnen hier besonders gut gefällt, erzählen sie im 34. Teil der EJZ-Serie "Na DAN(N)".

Hans-Joachim Kintzel und seine Ehefrau Irene Kintzel-Dybus leben seit 2013 in Meetschow

ZoomIn ihrem neuen Zuhause in Meetschow fühlen sich Irene Kintzel-Dybus und Hans-Joachim Kintzel sehr wohl. Besonders mögen sie die Weiten des Wendlands, die sich schon in ihrem großen Garten andeuten.

Lüchow-Dannenberg gilt als ausblutende Region. Doch es gibt Menschen, die hier leben wollen und nirgendwo sonst. Die EJZ-Serie "Na DAN(N)" stellt Menschen vor, die neu nach Lüchow-Dannenberg oder dorthin zurückgezogen sind. Teil 34: Hans-Joachim Kintzel und Irene Kintzel-Dybus aus Meetschow.

 

fb Meetschow. "Ich fühle mich hier so wohl wie noch nie zuvor in meinem Leben", sagt Irene Kintzel-Dybus und lächelt. Das Gefühl, eine Heimat gefunden zu haben, habe sie vorher nicht gekannt. Ihr Ehemann Hans-Joachim Kintzel sieht das Thema Heimat dagegen ganz locker: "Ich halte es da mit Johnny Cash, home is where I hang my hat." Doch auch der 67-Jährige fühlt sich sichtlich wohl in seinem neuen Zuhause in Meetschow.

Vor etwa fünf Jahren sei die Idee entstanden, nach Lüchow-Dannenberg zu ziehen, erzählt Kintzel. Schon früh - in den 1970er-Jahren - kam das Ehepaar zum ersten Mal ins Wendland. "Damals haben wir meine Großmutter in Gartow besucht", erinnert sich seine Ehefrau. Die Gegend habe ihnen so gut gefallen, dass sie öfter dort Urlaub machten und seit 1999 regelmäßig mit dem Wohnwagen auf dem Gartower Campingplatz zu Gast waren. Kurz vor dem Ruhestand, es war im Jahr 2011, begannen sie dann mit der Immobiliensuche im Wendland: "Wir haben etliche Häuser besichtigt, die von außen schön, aber innen das reinste Chaos waren", berichtet Kintzel-Dybus. 2012 entdeckten und kauften sie das Haus in Meetschow.

Der Umzug aus Bliedersdorf im Kreis Stade, wo das Ehepaar zuvor 23 Jahre gewohnt hatte, folgte aber erst ein Jahr später: "Ich musste noch ein Jahr arbeiten", erklärt Kintzel, der Biologie und Physik am Gymnasium Finkenwerder unterrichtete. Seit 2013 wohnen beide nun in Meetschow und genießen ihren Ruhestand - könnte man meinen. "Es ist eher ein Unruhestand", sagt Kintzel-Dybus. Sie wisse gar nicht, wo sie früher die Zeit zum Arbeiten hergenommen habe. Langeweile sei bislang noch nicht aufgekommen, erzählt die 68-Jährige. Im Garten und am Haus sei immer etwas zu machen, und auch die Besuche bei den eigenen Kindern und Enkelkindern, die in Hamburg und Berlin wohnen, nehmen Zeit in Anspruch, erklärt ihr Ehemann.

Trotz der nun weiteren Wege zur Familie bereuen sie die Entscheidung, ins Wendland zu ziehen, nicht: "Es gibt hier eigentlich nichts, was uns nicht gefällt, und ich habe schon gesagt, dass ich hier nicht mehr weg möchte", betont die ehemalige Grafikerin. Das liege auch an den Einwohnern, die sie als "offene, freundliche und hilfsbereite Menschen" beschreibt. Die Lüchow-Dannenberger seien aufgeschlossener und entspannter als etwa die Bliedersdorfer: "Dort gab es eine gewisse Reserviertheit gegenüber Zugezogenen, hier lassen sich die Menschen auf Fremde ein", erklärt Kintzel-Dybus.

Spazierengehen mit den beiden Hunden und Radfahren gehören genauso wie die Gartenarbeit zu ihren Hobbys, erzählen die Eheleute, die seit 40 Jahren verheiratet sind. Die Weiten des Wendlands bieten die besten Möglichkeiten dazu. Die hiesige Natur sei ohnehin total faszinierend: "Es gibt hier bestimmt 30 verschiedene Vogelarten - eine solche Vielfalt kannte ich vorher gar nicht", schwärmt Kintzel-Dybus. Vom Frühstückstisch aus können sie regelmäßig mit dem Fernglas Spechte beobachten, erzählt ihr Mann. Und auch Eichhörnchen, Waschbären oder Dachse fanden schon den Weg in den großen Garten des Ehepaares, das vor allem auch die Ruhe im Wendland genießt: "Hier fühlt man sich einfach wohl."

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