Online: 26.10.2015 - ePaper: 27.10.2015

In der Samtgemeinde Lüchow wollen freiwillige Helfer vermehrt Deutsch-Unterricht für Flüchtlinge anbieten. Räumlichkeiten dafür sollten kein Problem sein, dann vielleicht eher schon Unterrichtsmaterial. Klar ist: Die Nachfrage ist derzeit größer als das Angebot.

Freiwillige wollen Deutsch-Kurse anbieten

ZoomDeutsch-Unterricht für Flüchtlinge – in Lüchow wird ein solches Projekt derzeit von ehrenamtlichen Helfern organisiert. Doch das Angebot reicht nicht aus, um die Nachfrage zu decken.

rg Lüchow. Sprache ist der entscheidende Faktor für Integration. Wer Deutsch kann, kann am sozialen Leben in Deutschland teilnehmen, kann sich engagieren, kann Arbeit finden. Das wissen auch die Flüchtlinge, die derzeit in Lüchow-Dannenberg leben. In den Notunterkünften, aber auch verteilt auf die Städte und Gemeinden. Entsprechend groß ist der Wunsch, die Sprache zu lernen - einen Deutsch-Kurs zu besuchen. Doch das Angebot ist knapp, gerade für jene Menschen in den Flüchtlingsunterkünften. Das soll sich in der Samtgemeinde Lüchow aber nun ändern. Dort wollen freiwillige Helfer nun vermehrt Deutsch-Unterricht anbieten. In den Notunterkünften selbst, aber auch außerhalb davon.

Im Allerlüd trafen sich am Wochenende Menschen, die sich beim Deutsch-Unterricht für Flüchtlinge einbringen möchten. Die entweder selbst Kurse gestalten wollen oder andere dabei unterstützen. Etwa indem sie während des Unterrichtes die Kinder der Flüchtlinge betreuen, die an den Kursen teilnehmen. An einigen Stellen läuft das bereits, es gibt Kurse im Allerlüd, im katholischen Gemeindehaus, bei "Zuflucht Wendland" und auch in den Unterkünften. "Doch das Angebot reicht noch nicht. Viele der Flüchtlinge wollen Deutsch lernen - zu viele, denn die Zahl der Plätze in den Kursen ist begrenzt", weiß Katrin Klupsch-Jandt vom Allerlüd, die die Koordination der Ehrenamtler-Deutsch-Kurse übernommen hat. Es hätten sogar schon Flüchtlinge abgewiesen werden müssen, weil die vorhandenen Kurse überbelegt waren, schildert sie. Das wiederum habe zu einigen unfreundlichen Anrufen von Vertretern der Kommunalpolitik geführt, die wissen wollten, wie denn sowas sein könne. "Jeder, der so einen Kurs hier freiwillig macht, kann natürlich selbst sagen, wie viele Flüchtlinge teilnehmen können", erläutert Klupsch-Jandt.

Bei dem Koordinationstreffen im Allerlüd wird schnell klar: Es gibt noch Luft nach oben. Etliche der Gekommenen würden sich auch engagieren, würden Kurse geben, wenn denn Räumlichkeiten und Unterrichtsmaterial gestellt würden. Räume finden sich schnell, und auch das Problem der Unterrichtsmaterialien sollte lösbar sein, sagt Klupsch-Jandt. Dazu soll demnächst ein weiteres Treffen stattfinden, wo man sich über die Erfahrungen mit den verschiedenen Büchern und Blattsammlungen austauschen kann. Problematisch sei hingegen, einige ganz bestimmte Materialien zu bekommen. Die seien in ganz Deutschland mittlerweile vergriffen - weil vielerorts Unterricht gegeben wird.

So groß das Engagement derzeit auch ist, es werden noch weitere Menschen gesucht, die Flüchtlinge unterrichten wollen und können. Wer daran Interesse hat - und man muss nicht unbedingt Deutsch-Lehrer sein, um einen solchen Kurs zu geben - kann sich im Allerlüd unter der Telefonnummer (05841)4153 melden, oder eine E-Mail an info@allerlüd schicken. Auch bei der Üfest in Woltersdorf kann man sich melden, wenn man dort Unterricht geben möchte: Unterkunftsleiterin Susanne Rust ist unter (0172)7302001 zu erreichen.

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