Online: 30.10.2015 - ePaper: 31.10.2015

Bei der Suche nach zusätzlichen Unterkunftsmöglichkeiten für Asylbewerber will die Samtgemeinde Dannenberg nun auch das Gelände des Torii-Towers bei Gusborn, wo einst englische Soldaten stationiert waren, genauer prüfen.

Flüchtlinge an den Torii-Tower?

ZoomHier könnten demnächst Flüchtlinge untergebracht werden: im GIGZ, dem „Gründerzentrum am Torii-Tower“ bei Gusborn. Die ehemalige Militäranlage soll auf ihre Eignung als Gemeinschaftsunterkunft geprüft werden, heißt es.

rg Gusborn. Die zuständigen Stellen im Landkreis Lüchow-Dannenberg prüfen offenbar die Einrichtung einer sogenannten Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Gusborn. Mitarbeiter der Samtgemeinde Elbtalaue werden dort offenbar in der kommenden Woche die ehemalige britische Kaserne am Torii-Tower in Augenschein nehmen, um zu überprüfen, ob man dort Flüchtlinge unterbringen kann, bestätigte jetzt der Eigentümer des Areals, Andreas Hogan. Dabei soll es sich nicht um eine Notunterkunft wie jene in Dannenberg, Lüchow und Woltersdorf handeln, sondern um eine Unterkunft, in der Menschen untergebracht werden, die bereits registriert sind und den Ausgang ihres Asylverfahrens abwarten. Wie viele Menschen dort untergebracht werden könnten, steht noch nicht fest. Auch sei das Projekt derzeit auch noch nicht konkret und akut, heißt es aus dem Kreishaus.

Derzeit arbeitet in der Liegenschaft das "GIGZ am Torii-Tower", ein Gründerzentrum, das dort vor allem Startup-Unternehmen und Firmenneugründern Büro-, Werkstatt- und Lagerräume zur Verfügung stellt. Errichtet worden war die einstige Militär-Anlage in den 1960er-Jahren von der US-Army, bevor sie wenig später von britischen Einheiten übernommen wurde. 1972 errichtete man dort den sogenannten Torii-Tower, ein Stahlturm, der den englischen Streitkräften als Horchposten gen Osten und Sendemast für britische TV- und Radioprogramme diente.

Dort eine Gemeinschaftsunterkunft zu errichten, könnte nötig werden, wenn die Flüchtlingszahlen sich in den kommenden Wochen und Monaten weiter so entwickeln wie bislang, heißt es aus dem Rathaus der Samtgemeinde Elbtalaue. Dort rechnet man in den kommenden Monaten mit weiteren Zuweisungen von Flüchtlingen für die Verteilung auf die Kommunen. Um das zu bewerkstelligen, arbeiten die Samtgemeinden auf Hochtouren, wissend, dass die Kapazitäten irgendwann erschöpft sein werden. So gibt es etwa im Nordkreis bereits Überlegungen, ein Hotel in Hitzacker mit Flüchtlingen zu belegen, um sie von dort aus dann weiter zu verteilen auf Wohnungen (EJZ berichtete). Die müssen allerdings erst einmal gefunden werden - und dann hergerichtet für die Aufnahme der Menschen.

Was genau in Gusborn geplant ist, dazu gibt es noch keine konkreten Aussagen. Möglich sei sowohl eine vorübergehende Unterbringung, bis anderweitiger Wohnraum zur Verfügung steht, als auch eine dauerhafte Unterbringung - wenn sich keine weiteren Wohnungen im Nordkreis finden. Allein in den kommenden Wochen erwartet die Samtgemeinde Elbtalaue 130 weitere zugeteilte Flüchtlinge, für die Wohnraum in den Städten und Gemeinde gesucht und gefunden werden muss. Im kommenden Jahr, soviel steht fest, werden weitere Zuteilungen erfolgen - selbst wenn die Erstaufnahme-Einrichtung Neu Tramm in Betrieb gehen würde. Denn das Land sei offenbar von seiner vor Monaten gemachten Zusage abgerückt, dorthin, wo eine solche Einrichtung besteht, keine weiteren Zuteilungen vorzunehmen, heißt es aus den Rathäusern. Die Not diktiert das Handeln.

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