Online: 04.12.2015 - ePaper: 05.12.2015

40 Flüchtlingskinder aus der nahen Notunterkunft haben am Freitag erstmals am Unterricht in der Grundschule Lüchow teilgenommen. Gemeinsam mit den deutschen Kindern. Wie es mit dem Angebot weitergeht, ist noch offen.

Lüchow: 40 Flüchtlingskinder zu Gast in der Grundschule

ZoomRund 40 Flüchtlingskinder besuchten am Freitag die Grundschule in Lüchow und sangen zusammen mit Lehrern und Grundschülern drei Lieder zum Kennenlernen.

tl Lüchow. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell der Lärmpegel in der Pausenhalle einer Grundschule ansteigen kann. An diesem Freitagmorgen steigt er noch schneller als sonst. Kein Wunder, sind doch die rund 40 Flüchtlingskinder aus der Notunterkunft Lüchow und die Grundschüler mächtig aufgeregt. Sie treffen an diesem Morgen zum ersten Mal ganz bewusst aufeinander. Und gleich gehen sie zusammen in den Unterricht.

Doch vorher begrüßt Schulleiter Bernd Kreutzkamp die Gäste in seiner Schule: "Herzlich willkommen", ruft er durchs Mikrofon - und seine Schüler schicken einen donnernden Applaus hinterher, um die Flüchtlingskinder zwischen sechs und zehn Jahren willkommen zu heißen. Damit nicht genug, weiß Kreutzkamp zu erzählen: "Die Kinder haben für ihre Gäste Spielzeug, Spiele und Kuscheltiere gesammelt, um sie zu verschenken. Das war die Idee des Schülerrates." Zehn volle Kartons stehen in der Pausenhalle und warten darauf, ausgepackt zu werden. Um miteinander warm zu werden, singen die mehreren hundert Kinder aber zuerst gemeinsam Lieder. Am Rande der Szene freut sich Kai Thies von den Johannitern, die die Notunterkunft betreiben: "Das ist ja im Moment die einzige Möglichkeit für die Kinder aus der Unterkunft, eine Schule von innen kennenzulernen. Schön, dass das geklappt hat."

Geklappt hat auch das Singen mit Bewegung. Eine Stunde lang geht's nun in den Unterricht, um gemeinsam etwas Weihnachtliches zu basteln. Am Mittag steht Sport auf dem gemeinsamen Stundenplan.

Wie es nun weitergeht? "Wir schauen mal, wie das heute läuft", sagt Kreutzkamp. Und zu den Flüchtlingskindern: "Hoffentlich sehen wir uns bald wieder."

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