Online: 11.12.2015 - ePaper: 12.12.2015

Als Lüchow-Dannenberger hat man möglicherweise den Blick dafür verloren, wie schön es hier eigentlich ist. Und was es alles gibt. Familie Horn, die aus Holzminden nach Kapern gezogen ist, hat diesen Blick noch - und sie genießen DAN in vollen Zügen.

Stressfreies Familienleben in Kapern

ZoomFühlen sich sichtlich wohl in ihrem neuen Zuhause in Kapern: Christian Horn und seine Frau Sabine Horn-Kirchmann sind im Sommer dieses Jahres zusammen mit Tochter Ann-Sophie aus Bodenwerder nach Kapern gezogen. Dort genießen sie ein stressfreies Familienleben.

Lüchow-Dannenberg gilt als ausblutende Region. Doch es gibt Menschen, die hier leben wollen und nirgendwo sonst. Die EJZ-Serie "Na DAN(N)" stellt Menschen vor, die neu nach Lüchow-Dannenberg oder dorthin zurück gezogen sind. Teil 40: Familie Horn-Kirchmann aus Kapern.

 

fb Kapern. Seine Familie habe er in den vergangenen vier Jahren relativ selten gesehen, erzählt Christian Horn. Gewohnt haben seine Frau Sabine Horn-Kirchmann und Tochter Ann-Sophie in Bodenwerder im Landkreis Holzminden: "Ich war beruflich in Wittenberge tätig und war so nur am Wochenende zu Hause." Die Zeit sei für ihn sehr stressig gewesen, und auch seine Frau, die 25 Jahre lang als Druckerin arbeitete, habe sich nach weniger Stress und mehr Familienleben gesehnt. So begann die Suche nach einem neuen Wohnort. Letztlich fiel die Wahl auf Kapern.

"Den Ort kannte ich, weil ich auf dem Weg zur Arbeit immer hier langfahren musste", sagt der 44-Jährige. Etwa zehn Immobilien - auch in anderen Regionen - haben sie sich angeschaut, erzählt Sabine Horn-Kirchmann: "Letztlich sind wir aber an diesem Haus in Kapern hängengeblieben." Die Lage direkt im Biosphärenreservat und am Ortsrand von Kapern sei reizvoll gewesen. "Wir genießen das Leben in der Natur", schwärmt die 47-Jährige. Der ländliche Charakter mit einem eigenen Garten sei toll. Und vor allem ganz anders als der vorherige Wohnort: "Bodenwerder liegt zwar direkt an der Weser, aber hat trotzdem eher einen städtischen Charakter", erklärt Christian Horn. Ein eigener Garten sei dort kaum vorstellbar gewesen.

Einen weiteren Unterschied zu Bodenwerder hat die Familie bereits ausgemacht: Die Lüchow-Dannenberger seien viel offener. "Man sieht sich hier viel öfter, und jeder grüßt jeden, auch wenn man sich nicht kennt", sagt Christian Horn, der jetzt selbstständig als Logistiker im Tourismusbereich tätig ist. In die Dorfgemeinschaft seien sie sehr schnell aufgenommen worden. "Wir kriegen hier manchmal so viele Einladungen, dass wir sie gar nicht alle wahrnehmen können", sagt er schmunzelnd.

Man fühle sich in Kapern nie alleine. Auch die Kinder im Ort hätten sie freundlich aufgenommen, erzählt Ann-Sophie Horn lächelnd: "Gleich am Anfang kamen Mädchen zu uns nach Hause und haben gefragt, ob ich mit ihnen spielen will." Für sie sei das Landleben ohnehin sehr schön, weil sie bei den Nachbarn reiten kann: "Das wollte ich schon immer", sagt die 11-Jährige begeistert. Und auch andere Hobbys hat sie schnell gefunden - Jugendfeuerwehr in Kapern, tanzen in Wittenberge und spielen mit den Nachbarskindern.

Für ihre Eltern war natürlich auch die Schule wichtig. "Ann-Sophie geht in die Elbtalschule in Gartow", sagt ihre Mutter. Die Schule sei sehr gut, und auch der Weg dorthin nicht zu lang. Ohnehin sei ein Vorteil, dass viele größere Orte gut erreichbar sind. Das finde er erstaunlich, da der Landkreis recht großflächig sei und nur über eine überschaubare Infrastrukur verfüge.

"Egal ob Salzwedel, Lüchow oder Dannenberg - wir kommen überall schnell hin", bemerkt Christian Horn. Und dort gebe es auch gute Shopping-Möglichkeiten, ergänzt seine Frau. Auch das Angebot an Ärzten sei sehr gut, sodass "wir letztlich alles, was wir brauchen, vor der Tür haben".

Klingt fast, als wäre in Kapern schon jetzt alles perfekt für die Familie. Doch eine Sache passt noch nicht zu 100 Prozent, denn ganz abgeschlossen ist der Umbau im Haus, das die Familie im Dezember des vergangenen Jahres kaufte, noch nicht. "Es fehlen noch die Zimmertüren, und der Eingangsbereich ist noch nicht fertig", berichtet Christian Horn. Die letzten Arbeiten sollen bis zum Sommer beendet sein: "Wir gehen das ganz entspannt an." Vor allem in der Vorweihnachtszeit steht erstmal die Familie im Vordergrund, die im neuen Zuhause endlich wieder richtig vereint ist. Christian Horn bringt es auf den Punkt: "Wir leben hier als Familie glücklich zusammen, mit weniger Stress und Hektik als in einer Stadt."

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