Online: 22.01.2016 - ePaper: 23.01.2016

Seit zwei Jahren lebt Inge Lenzen in Trebel. Zuvor hat die in Mönchengladbach aufgewachsene Wendländerin in Köln, Stuttgart, im ostholsteinischen Damlos und in Lübeck gelebt.

Inge Lenzen aus Trebel ist vielseitig wie das Wendland

ZoomVor zwei Jahren von Lübeck nach Trebel gezogen: Die ausgebildete Ernährungsberaterin, Waldorflehrerin und Fußpflegerin Inge Lenzen wohnt im ehemaligen Bio-Laden an der Hauptstraße.

Lüchow-Dannenberg gilt als ausblutende Region. Doch es gibt Menschen, die hier leben wollen und nirgendwo sonst. Die EJZ-Serie "Na DAN(N)" stellt Menschen vor, die neu nach Lüchow-Dannenberg oder dorthin zurück gezogen sind. Teil 43: Inge Lenzen aus Trebel.

 

fb Trebel. Vielseitigkeit spielt im Leben von Inge Lenzen eine große Rolle. Sei es bei ihren Hobbys, der Wahl des Wohnortes oder in beruflicher Hinsicht. "Ich bin ein kreativer Mensch und habe mir immer wieder Neues angeeignet, ich liebe es, neue Konzepte zu entwickeln", sagt die 59-Jährige. Zurzeit ist sie selbstständig, vermietet in ihrem Haus in Trebel zwei Gästezimmer und bietet seit diesem Jahr ebenfalls bei sich zu Hause Fußpflege an. "Füße sind mir schon immer sehr wichtig gewesen." Deshalb machte sie einen zweimonatigen Intensivkurs, um sich als Fußpflegerin ausbilden zu lassen.

Geboren und aufgewachsen ist Inge Lenzen, die eigentlich ausgebildete Ernährungsberaterin ist, in Mönchengladbach. Anschließend ging es für gut zehn Jahre nach Köln. "Da habe ich zwei Söhne zur Welt gebracht und sie alleine großgezogen", erzählt sie. Es folgte eine eineinhalbjährige Ausbildung zur Waldorflehrerin in Stuttgart, ehe sie ins ostholsteinische Dorf Damlos zog. "Dort habe ich ein Blockbohlenhaus gebaut, das war schon immer mein Traum." Doch auch dort blieb sie nur etwa zehn Jahre, weil sie "die neue Liebe nach Lübeck zog". Nach der Trennung von ihrem Ex-Mann ging sie dann im Dezember 2013 nach Trebel.

Aber warum Trebel? "Mit meinem Ex-Mann habe ich öfter die Kulturelle Landpartie besucht und bin so im Landkreis ein bisschen rumgekommen", erklärt die zweifache Mutter. Die Landschaft habe sie sehr an ihre rheinländische Heimat erinnert. Die Felder, Wälder und die Heide sind ihr lieber als die Ostsee: "Ich liebe es, zu wandern und spazieren zu gehen, und bin gar nicht so ein Fan vom Meer." Das Haus, in dem sie jetzt wohnt, ist der ehemalige Bio-Laden an der Hauptstraße und war das einzige Haus, das sie sich angeschaut hat. "Der große Raum und die vielen Fenster haben mir auf Anhieb gefallen." Sie sei einfach ein Draußen-Mensch und müsse das Gefühl haben, draußen zu sein, "auch wenn ich gerade im Haus bin", sagt Inge Lenzen schmunzelnd.

Die ganze Atmosphäre in Lüchow-Dannenberg sei sehr ansprechend. Dazu gehört nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen. "Durch die KLP gibt es hier viele aufgeschlossene, offene und interessierte Leute", schwärmt Inge Lenzen. Kontakt zu den Menschen habe sie schnell gefunden. Man komme viel besser mit Leuten ins Gespräch als zum Beispiel in Lübeck: "Dort waren die Menschen sehr reserviert." Das ist in Trebel ganz anders. "Am Anfang habe ich ständig im Garten gearbeitet, das haben die vorbeigehenden Nachbarn dann immer mal zu einem Schwätzchen genutzt", erzählt sie. Sie nehme das Wendland "als große Familie" wahr.

Die Gartenarbeit ist eine ihrer Leidenschaften, aber bei weitem nicht ihr einziges Hobby: "Ich filze, ich stricke, ich webe, ich koche und ich backe." Vielseitig eben. Sie sei ein kreativer, interessierter Mensch, sagt Inge Lenzen. Das Engagement in der Gesellschaft halte sie für wichtig, weshalb sie im Vorstand des Tourismusvereins und Mitglied im Verein Nemitzer Heide ist. Veranstaltungen zu Themen wie Fracking besuche sie regelmäßig, aber auch die Vergangenheit Lüchow-Dannenbergs mit den Castor-Transporten beschäftige sie: "Jetzt, wo das hier meine neue Heimat geworden ist, interessiere ich mich natürlich auch für die Region und das, was hier passiert ist."

Neben vielen Info-Veranstaltungen gehe sie auch oft nach Platenlaase oder zu Wendland-Jazz in Gedelitz. Das kulturelle Angebot sei ihr sehr wichtig, betont Inge Lenzen: "Und das habe ich hier, ich gehe öfter weg als in Lübeck." Lüchow-Dannenberg hat eben viel zu bieten: Natur, interessante Menschen, eine spannende Vergangenheit und viel Kultur. Damit ist das Wendland ebenso vielfältig wie die ausgebildete Ernährungsberaterin, Waldorflehrerin und Fußpflegerin Inge Lenzen.

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