Online: 29.01.2016 - ePaper: 30.01.2016

Das Land hat die Notunterkunft für Flüchtlinge in Lüchow überpünktlich aufgelöst und damit einigen Ärger ausgelöst

ZoomDas Ende kam dann doch schneller als gedacht: Die letzten Flüchtlinge der Notunterkunft in Lüchow haben die Einrichtung bereits am Donnerstagmorgen verlassen. Wen das Innenministerium dabei rechtzeitig oder nicht rechtzeitig informiert hat, darüber kursieren viele Gerüchte.

tl Lüchow. Mehr als pünktlich hat das Land Niedersachsen die Notunterkunft für Flüchtlinge auf dem Gelände der Polizei in Lüchow aufgelöst. Doch genau diese Überpünktlichkeit sorgt zumindest bei Flüchtlingshelfern aus der Kreisstadt für Ärger. Denn die noch verbliebenen Flüchtlinge - laut Innenministeriumssprecher Matthias Eichler waren es mit Stand 25. Januar noch 131 Personen - sollen zum Teil erst wenige Stunden vor Abreise darüber informiert worden sein, heißt es von Flüchtlingshelfern der Initiative Zuflucht Lüchow. Dass bereits Aufbruchstimmung herrschte, war allerdings abzusehen: Denn in den Kleiderkammern für Flüchtlinge waren in den vergangenen Wochen vor allem Koffer gefragt.

Wie schnell wurde informiert? Johanniter-Sprecherin Lena Kopetz, deren Organisation die Notunterkunft betrieben hat, sagt, dass das Innenministerium am 26. Januar darüber informiert habe, dass alle Flüchtlinge bis zum 31. Januar ausziehen müssten. Das bestätigt auch Eichler. "Die Liegenschaft kann jetzt für die eigentliche polizeiliche Nutzung Anfang Februar vorbereitet werden."

Die in Lüchow bis dahin untergebrachten Flüchtlinge seien vorrangig in die Region Hannover gebracht worden, erklärt Eichler. Einen neuen Stand in der Frage, ob das Land dem Wunsch der Johanniter nachkommt und in einem bis zu 50 Kilometer großen Umkreis um Lüchow herum eine neue Notunterkunft für Flüchtlinge errichtet, gibt es derzeit noch nicht, betont der Ministeriumssprecher. Das habe zur Folge, dass allen gut 50 Mitarbeitern, die eigens für den Betrieb in Lüchow eingestellt worden waren, zum 29. Februar gekündigt worden sei, erklärt Kopetz. Das bedaure sie.

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