Online: 15.02.2016 - ePaper: 16.02.2016

Der Stadtstaat Hamburg braucht Hilfe bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Deshalb könnte die ehemalige Kaserne in Neu Tramm nun doch noch zur Flüchtlingsunterkunft werden. Zur Umsetzung des Plans braucht es wegen des länderübergreifenden Charakters einen Staatsvertrag. Ist der unterschrieben, könnte bis zum Sommer eine Unterkunft für 1000 Menschen entstehen. Lüchow-Dannenbergs Landrat Jürgen Schulz (parteilos) sieht reichlich Gesprächsbedarf.

Hamburger Flüchtlinge nach Neu Tramm?

ZoomWas lange im Gespräch ist, wird nun offenbar Wirklichkeit: Flüchtlinge sollen in der ehemaligen Bundeswehrkaserne in Neu Tramm untergebracht werden. Allerdings soll entgegen früherer Pläne keine Erstaufnahme des Landes Niedersachsen entstehen, sondern eine dauerhafte Unterbringung der Hansestadt Hamburg.

bp Neu Tramm. Nun also wohl doch Neu Tramm. Alles hatte bislang danach ausgesehen, dass aus einer Unterbringung von Flüchtlingen auf dem Areal der ehemaligen Kaserne nichts mehr werden würde. Das Land Niedersachsen hatte sich mit dem Eigentümer bekanntlich nicht einigen können (EJZ berichtete). Jetzt aber kommt Hamburg mit einer unverhofften Variante um die Ecke, die Neu Tramm vermutlich doch zur großen Flüchtlingsunterkunft werden lässt. Der Stadtstaat hat hinsichtlich der Unterbringung von Flüchtlingen aus lauter Not das Land Niedersachsen um Hilfe gebeten. Das wiederum hat auf Neu Tramm verwiesen.

Zur Umsetzung des Plans braucht es wegen des länderübergreifenden Charakters vermutlich einen Staatsvertrag. Ist der unterschrieben, könnte bis zum Sommer eine Unterkunft für 1000 - perspektivisch theoretisch auch für mehr - Menschen entstehen. Gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) hat Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) den Plan bestätigt. Eine detailliertere Anfrage der EJZ ließ die Innenbehörde bisher unbeantwortet.

Erst grob informiert ist Lüchow-Dannenbergs Landrat Jürgen Schulz (parteilos). Er sei "persönlich offen", sieht aber zahlreiche offene Fragen, auf deren Klärung er drängt. Fest steht für Schulz, dass die Liegenschaft "danach ruft, genutzt zu werden". Allerdings: "Wir legen Wert darauf, dass der Landkreis und die Stadt Dannenberg beteiligt werden." Eine Besonderheit sieht er beispielsweise darin, dass bisher eine Erstaufnahme mit ständig wechselnden Bewohnern im Gespräch gewesen ist, nun aber eine Dauerunterkunft entstehen könnte. Das sei ein Unterschied, über dessen Details zu reden sei.

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