Online: 08.05.2016 - ePaper: 09.05.2016

Auf der Kulturellen Landpartie bekommt man nicht nur Kunst und Kunsthandwerk, sondern auch viel Musik geboten.

Lüchow-Dannenberg: Die Tage der Kulturellen Landpartie enden meist mit Musik - doch die erklingt nicht nur abends

ZoomComputer trifft E-Cello: Burkhard Welzel (rechts) und Ulrich Maiss boten in Trebel avantgardistische Klänge.

tj Lüchow. Wenn man das Wendland in diesen Tagen von einem Satelliten aus mit einer Art akustischem Teleskop, einer Art Riesenhörgerät also, belauschen könnte, gebe es an den Abenden eine über dem gesamten Kreisgebiet schwebende Klangballung. Erst beim Näherkommen oder wahlweise beim akustischen Heranzoomen per Richtmikro würden die einzelnen Bestandteile dieser Klangwolke erkennbar, und es würde deutlich, dass die Kulturelle Landpartie musikalisch mindestens genauso vielseitig ist wie bei den Dingen zum Schauen und Anfassen.

Einen zentralen Unterschied gibt es aber: Die Musik ist, anders als Kunst und Kunsthandwerk, in der Regel nicht zum Mitnehmen. Selbst dort, wo es eine Aufnahme zu kaufen gibt, kann sie, wieder zu Hause, allenfalls von Ferne an das Erlebnis eines Konzerts an einem schon sommerlichen Abend erinnern.

Die Musik, die an den Wunderpunkten und in ihrem Umfeld erklingt und von deren Szenerien auf dieser Seite eine Auswahl zusammengestellt ist, ist ganz unterschiedlich. Tagsüber dominiert eher die akustische Gitarre wie beim Konzert von "Muul op" in Penkefitz oder beim Auftritt von Arno Schmidt und Harald Wandel in Hitzacker. Abends geht es dann zur Sache, sprich zum künstlerischen Hörgenuss oder zum Tanz. Manchmal aber bleibt der Klang mit Swing auch unbetanzt wie etwa beim Konzert der "Yellow Birds" in Gartow, wo die Musik zwischen Country und Jazz zwar groovte, aber kaum Platz zum Tanzen blieb. Auch beim Auftritt der "Chuzpenics" in Lübeln dürfte es wohl eher am fehlenden Platz als an der Musik gelegen haben, dass die Gäste auf den Stühlen blieben: Klezmer! Abgesehen davon: eine Disko ist die KLP ja ohnehin nicht. Nicht auf konzentrierte Bewegung, sondern auf konzentriertes Zuhören zielt dagegen elektro-elektronische Musik, wie sie Burkhard Welzel und Ulrich Maiss in Trebel spielten, oder die Klangwelt des Barock, die Dorothea Potter, Tobie Miller und Alice Humbert in der Küstener Kirche präsentierten. Übrigens mittendrin in der KLP - aber außerhalb des offiziellen Programms. Doch im Wendland geht es auf Vielstimmigkeitspartie.

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