Online: 09.05.2016 - ePaper: 10.05.2016

Das A-Capella-Quartett Stimmt so begeistert in Diahren während der Kulturellen Landpartie

ZoomBegeisterten am Freitag nicht nur NDR-Redakteurin Nina Reckemeyer (mit Mikrofon): Per Stüve (von links), Olliver Kranik, Gero Wachholz und Duncan Bowes vom A-Capella-Chor „Stimmt so“.

fan Diahren. "Drei aus dem Dorf und ein Elektriker!" Rainer Süßmilchs Ankündigung klingt wie eine Verbeugung vor den vier Lokalmatadoren von "Stimmt so". Der siebte Diahrener A-Capella-Abend findet am Freitag vor seinem Haus statt. Bei bestem Wetter füllt sich der Platz in Erwartung auf Gero Wachholz, Per Stüve, Duncan Bowes und einen leicht verschnupften Olliver Kranik. Der Abend fängt schon vorher spannend an. Denn der NDR sendet live für "Hallo Niedersachsen". Redakteurin Nina Reckemeyer glaubt, im "größten Parfümladen Niedersachsens" zu stehen. Es wäre zumindest so, wenn man Kultur und Kreativität riechen könnte. "Stimmt so" untermalen das Lob instrumentenfrei mit einem "Road To Nowhere" der Talking Heads.

Das Quartett der Zugezogenen präsentiert anschließend einen bunten Mix aus bekannteren Titeln und Eigenem. Gerade Letzteres wird sehr humorvoll mit viel Lokalkolorit serviert. Lindas innere Stärke und Valeskas geile Triebe werden besungen. Kleingärtner erahnen sofort, dass es sich hierbei um eine Kartoffel- und eine Kirschsorte handelt. Der Chor der Nutztierhalter erklärt "Die Rinder sind los" zur Melodie vom Countryklassiker "King of the Road". Auszüge aus dem Dschungelbuch erkennt das Publikum sofort. Beim ausgefeilten Arrangement von Rio Reisers "Junimond" fällt der Groschen erst nach zwei Minuten. Die Formation besticht mit dem Charme des Unperfekten.

Mit rustikalem Bühnenoutfit bekennen sich die vier zu ihrer selbstgewählten neuen Heimat. Bassist Duncan setzt mit herkunftsbetontem Karomuster jedoch einen eigenen Akzent. Ist er überhaupt Schotte? "Jein!" Der freundliche Elektriker fühlt sich durch vielfältige Wurzeln als Europäer. Engländer würden ihn vom Tonfall her trotzdem sofort als "Highlander" erkennen.

Mittlerweile hat es sich ja herumgesprochen, dass kaum ein Dorf im Wendland von Zugezogenen so geprägt wird wie Diahren. Gero kocht jeden Donnerstag für immer mehr Einheimische. "Cool" ist es auch, mit dem eigenen Trecker zu fahren oder Zimmermannshosen zu tragen. Solche witzigen Titel stammen von Tischlertenor Per Stüve.

Ein wenig lauter hätte es sein dürfen an diesem lauen Maiabend. Sonst gibt es nichts zu meckern. Offensichtlich stehen Freitagabend vier Freunde im Torbogen der groot Deel. Vielleicht ist das ein großer Teil ihres Erfolges. "Wir sind nicht wie die Comedian Harmonists", schallt es von der Bühne. Sie können es nicht und sind auch nur zu viert. Mit diesem selbstironischen Statement schickt man 200 gut gelaunte Zuhörer ins restliche KLP-Wochenende. Und genau wie am Anfang erfahren die Gäste noch einmal, wie das Quartett nach Lüchow-Dannenberg gekommen ist: "We’re on a road to nowhere!"

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