Online: 09.05.2016 - ePaper: 10.05.2016

Samtgemeinde Elbtalaue wartet in Sachen Flüchtlinge auf neue Nachrichten aus dem Innenministerium

ZoomFür vergangenen Dienstag war die Aufnahme von fast 100 neuen Flüchlingen – wie hier auf dem Archivbild – im Dannenberger Camp geplant. Offizielle Nachrichten zur Entwicklung des Flüchtlingstroms gebe es aus dem Innenministerium in Hannover nicht, erklärte Samtgemeinde-Bürgermeister Jürgen Meyer.

as Dannenberg. Wie geht es weiter mit der Flüchtlingsunterkunft in Dannenberg? Sind die Pläne für eine Aufnahme von Flüchtlingen in Neu Tramm, die die Hansestadt Hamburg aufnehmen muss, konkreter geworden? Jürgen Meyer, Samtgemeinde-Bürgermeister der Elbtalaue, schüttelt den Kopf: "Es gibt nichts Neues."

Ursprünglich hatte Meyer schon Mitte April neue Nachrichten aus dem Innenministerium (MI) in Hannover erwartet. Doch dort drang kein neuer Sachstand nach Dannenberg. Inoffiziell heißt es, dass das Innenministerium gerade intern dabei sei, die Crew der Bearbeiter von Flüchtlingsangelegenheiten, die befristet mit diesem Aufgabenbereich betraut seien, gegen neues Personal auszutauschen. Und die neuen Leute müssten sich erst einmal mit der aktuellen Lage und den rechtlichen Voraussetzungen vertraut machen. Angesichts der vergleichsweise geringen Zuführungen neuer Flüchtenden in jüngster Vergangenheit sei für ihn klar, dass das Unterbringen von Menschen aus den Kriegsregionen in Turnhallen in Lüchow-Dannenberg überhaupt kein Thema mehr sei. In anderen Landkreisen habe es bereits Schließungen von Aufnahmestellen gegeben. Im Gespräch sei auch Sumpte im benachbarten Amt Neuhaus im Landkreis Lüneburg, erfuhr die EJZ.

In Dannenberg seien in den vergangenen Wochen stets so um die 40 Flüchtlinge betreut worden, ergänzt Matthias Hanelt, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes. Für vergangenen Dienstag seien 98 neue Flüchtlinge für die Aufnahme avisiert worden.

"Still ruht der See" - so kommentiert der Samtgemeinde-Bürgermeister auch die Nachrichten, wonach die Hansestadt Hamburg daran interessiert sei, Flüchtlinge aus Turnhallen in Hamburg im ehemaligen Bundeswehr-Kasernement in Neu Tramm zu überführen und dort betreuen zu lassen. "Momentan lässt sich die Situation eben nicht einschätzen." Es bleibe unklar, ob und wie viele Flüchtlinge sich nach der Schließung der Grenzen in Griechenland umorientieren und weiter versuchten, über das Mittelmeer nach Italien zu gelangen. Darüber gebe es keine verlässliche Prognose.

"Die normale Zuweisung von Flüchtlingen, die in Wohnungen untergebracht werden sollen, haben wir bis Ende Juni erfüllt. Das ist eine vergleichsweise entspannte Situation", berichtet Jürgen Meyer. Auf dem Wohnungsmarkt in Lüchow-Dannenberg gebe es immer noch Leerstände, die als Wohnquartier für Flüchtlinge und deren Familien infrage kämen.

"Gute Arbeit" werde in Lüchow-Dannenberg in Bezug auf die Integration von Flüchtlingen geleistet, lobt der Samtgemeinde-Bürgermeister und meint damit nicht nur die am Runden Tisch mit Diakonie und Caritas vereinbarten Integrationsbemühungen. Darüber hinaus gebe es eine ganze Reihe schlicht privater "Einzelprojekte", die zur erfolgreichen Eingliederung von Mitmenschen aus anderen Kontinenten beitragen.

"In der Samtgemeinde, insbesondere in Hitzacker aber auch in Dannenberg wird da von einer ganzen Reihe von Ehrenamtlichen Großartiges geleistet", spricht Jürgen Meyer von "hohem Respekt". Unklar sei aber noch immer, wie sich das noch nicht geltende Integrationsgesetz in der Praxis auswirken werde.

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