Online: 14.06.2016 - ePaper: 15.06.2016

Das Festival hat Tradition - und einen nicht zu verachtenden Stellenwert: Wer es bei den "Wendland-Shorts" schafft, kann es weit bringen. Jetzt startet das Kurzfilmfestival in Salderatzen.

Kurzfilm-Festival Wendland-Shorts zum zehntem Mal in Salderatzen

ZoomDer zwölfjährige Marcel weiß nicht, wo er hingehört. Der Zeitpunkt, an dem er glaubt, endlich eine Antwort gefunden zu haben, ist aber erst der Beginn einer langen Suche nach seiner Identität.

tl Salderatzen. Die Wendland-Shorts in Salderatzen feiern ihren zehnten Geburtstag. Von Freitag, dem 17., bis Sonntag, dem 19. Juni, geht das Kurzfilm-Festival auf dem Herrenhof in eine neue Runde. Der Initiator und Lüchower Baumarktbesitzer Dirk Roggan freut sich schon jetzt auf eine hochkarätige Jury, die aus allen Beiträgen des Filmwochenendes die beste Filmidee und den besten umgesetzten Film benennen wird. Zur Jury gehören in diesem Jahr Franziska Dillberger vom NDR, Gabriele Brunnenmeyer vom Kuratorium junger deutscher Filme, Anne Kathrin Lewerenz von der Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein, der Dramaturg Roland Zag und Henning Kunze von nordmedia.

Auf dem Filmprogramm stehen Kurz-Filme und Kurz-Dokus. So viel sei an dieser Stelle verraten: Es gibt eine lange Liste kurzer Filme. Alle Filmvorführungen sind öffentlich. Weitere Infos dazu unter www.wendland-shorts.de.

Mit dabei sind in diesem Jahr besonderere Gäste: Zum Zehnjährigen kommen Regisseur Max Zähle und das mehrmalige Jury-Mitglied Andrea Schütte mit ihrem Film "Schrotten!" nach Salderatzen. Die Idee zu diesem Film hat Zähle vor einigen Jahren selbst bei den Wendland-Shorts vorgestellt. Sein Glück: Die Idee überzeugte dort Produzenten und Sponsoren zugleich - der Kinofilm ging in die Umsetzung. Im Mai hat die Komödie "Schrotten!", die die Geschichte von Schrotthändlern erzählt, Premiere gefeiert. Zähles Kurzfilm "Raju" hat sogar einen Studenten-Oscar abgeräumt. Und damit war Zähle nicht der einzige Nachwuchs-Autor, der bei den Wendland-Shorts durchgestartet ist und danach einen Studenten-Oscar abgeräumt hat. Der Film wird am Sonnabend ab 21.30 Uhr gezeigt.

Zum Wettbewerbsprogramm gehört unter anderem der Film "Vakuum" von Felix Ahrens: Der zwölfjährige Marcel weiß nicht, wo er hingehört. Auf seiner Suche nach Anschluss glaubt er endlich das Mittel zur Lösung seiner Probleme gefunden zu haben. Aber die Gleichung geht anders auf als erwartet. Jung-Regisseur Felix Ahrens wurde 1986 geboren und studiert derzeit Regie an der Filmuniversitat Babelsberg "Konrad Wolf". Er hat bereits mehrere FIlmprojekte realisiert und ist sogar Mitbegründer einer Filmproduktionsfirma. Gezeigt wird auch Tim Ellrichs "Die Badewanne": Worüber freut sich Mama zu ihrem 60. Geburtstag wohl am meisten? Die drei erwachsenen Söhne Georg, Niklas und Alexander lassen sich einen echten Klassiker einfallen: ein schönes Bild von ihren drei Söhnen.

Der Kurzfilm "Tehran Derby" erzählt vom großen Fußballtag im Iran. In Deutschland ist es das Finale um den Fußball-Meistertitel - in Teheran der "Tag des Derbys", der fußballbegeisterte Männer zum Beten bringt. Die Islamische Republik Iran ist gespalten - in rot und blau, Mann und Frau, Gewinner und Verlierer. 100000 Männer beten um Erlösung. Geht es hier wirklich nur um Fußball?

Neben dem Filmwettbewerb findet auch das alljährliche Autorencamp statt. Dort haben junge Filmemacher Gelegenheit, an ihrer Filmidee zu feilen und unter professioneller Anleitung ein Konzept auf die Beine zu stellen, mit dem sie dann die Jury überzeugen müssen. Das Camp startete bereits Dienstag.



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