Online: 26.09.2016 - ePaper: 27.09.2016

Eltern sind nach schwerem Unfall auf B 191 auf verzweifelter Suche nach Zeugen und Antworten

ZoomSchwerstverletzt überlebten ein Passat-Fahrer und seine Partnerin Anfang September einen Frontalunfall auf der B 191 nahe Hohenzethen. Für die Eltern des Unfallfahrers stellt sich bis heute die quälende Frage nach dem Warum. Sie sind auf der Suche nach Zeugen des Unfalls.

bp Hohenzethen. Sie können es sich einfach nicht erklären und das lässt sie verzweifeln. Warum? Warum hat der 32-jährige Familienvater mit seinem erst wenige Tage alten Kind im Auto auf gerader Strecke zu einem so riskanten Überholmanöver angesetzt (EJZ berichtete)? Warum hat er das Risiko in Kauf genommen, dass passieren konnte, was dann auch tatsächlich passierte? Warum?

Rückblick: Der 2. September ist ein Freitag gewesen. Für eine junge Familie ereignete sich an diesem Nachmittag gegen 14.30 Uhr eine Katastrophe. Auf der Bundesstraße 191 setzte ein 32-jähriger Passat-Fahrer an, um auf dem Abschnitt zwischen Sellien und Hohenzethen, unmittelbar hinter der Lüchow-Dannenberger Kreisgrenze, einen Golf zu überholen. Das Manöver war riskant, denn es näherte sich aus Richtung Uelzen kommend ein 40-Tonner. Der Familienvater schafft es nicht, sein Fahrzeug und der Lkw kollidierten frontal und mit gewaltiger Wucht. Der Passat wurde eingedrückt, wie durch ein Wunder überlebten der Fahrer und die Beifahrerin den Unfall schwerstverletzt, mussten aber von Feuerwehrkräften aus dem Wrack geschnitten werden. Der Säugling überlebte in einer Babyschale beinahe unverletzt.

Warum? Warum überholt ein Mann mit seinem Neugeborenen im Auto derart riskant? Das fragten sich nach dem Unfall viele in der Region. Für die Polizei war die Sache eindeutig. Unfallursache: ein gescheitertes Überholmanöver. Weitere Ermittlungen waren aus Sicht der Beamten nicht nötig.

Für die Eltern des Mannes ist es so einfach nicht. Sie können mit der aus ihrer Sicht bis heute ungeklärten Frage nach dem Warum nicht leben. "Als Familienangehörige sind wir über das, was am 2. September geschehen ist, einfach nur fassungslos", sagt der Vater, der seinen Namen nicht in der Zeitung stehen haben möchte. Für ihn ist das Überholmanöver seines Sohnes "vollkommen unerklärlich", das Leben der Familie sei "durch die verheerenden Folgen des Unfalls seither nicht mehr, wie es einmal war".

Was die Familie an der Antwort der Polizei auf die Frage nach dem Warum zweifeln lässt: "Wir kennen unseren Sohn als sehr besonnenen und aufmerksamen Fahrer, der gerade wegen seines Kindes an Bord noch vorsichtiger fuhr." Die Eltern beschreiben sich seit dem Unfall als "ruhelos" und wünschen sich Antworten auf die Frage: "Was genau geschah in jenem Moment und warum setzte unser Sohn in einer so kritischen Situation zu einem derart riskanten Überholmanöver an?"

Die Eltern suchen Zeugen des Unfalls, die sich vielleicht noch nicht gemeldet haben oder Zeugen, denen im Nachhinein etwas aufgefallen ist. "Wir sind für jeden Hinweis, der uns in unserer Unsicherheit weiterhilft, überaus dankbar", betont der Vater. Er bittet um Nachrichten per Mail an die Adresse zeugenaufruf@web.de.

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