Online: 30.11.2016 - ePaper: 01.12.2016

Stephanie Gauster und Dieter Damschen gestalteten ein Wendland-Familien-Buch

ZoomStephanie Gauster hat das Buch „Mein Wendland. Jahreszeiten– kunterbunt“ verfasst und mit Fotos von Dieter Damschen bebildert.

dam Lüchow. Unser Wendland auf 90 Seiten. Mit tollen Naturfotos. Mit kleinen Geschichten und Gedichten. In "Jahreszeiten - kunterbunt" nimmt uns Hanna auf eine Entdeckungsreise mit. Sie zeigt uns im Jahresverlauf, was an Lüchow-Dannenberg so liebenswert ist. "Denn da kannst du radfahren, schwimmen, wandern, fotografieren, Tiere beobachten und laut singen." Die EJZ sprach mit der Autorin Stephanie Gauster aus Bielefeld und dem Naturfotografen Dieter Damschen aus Sareitz über das Wendland-Familien-Buch. In der Alten-Jeetzel-Buchhandlung in Lüchow findet am Sonnabend, dem 3. Dezember, ab 15 Uhr eine Autorenlesung statt.

EJZ: Stephanie Gauster, wie kamen Sie auf die Idee, ein Buch für Kinder über das Wendland zu machen?

Gauster: Ich komme von hier. Aus der Ferne und bei Besuchen bei meiner Mutter in Trebel habe ich immer wieder festgestellt, wie schön es in diesem Landstrich ist. Als bildende Künstlerin bin ich es gewöhnt, aus meinem Alltag zu schöpfen. Da hatte ich nun dieses Kind und dachte, damit lässt sich doch was machen. Und so entwickelte sich die Idee, ein Jahreszeiten-Natur-Buch im schönen Wendland mit Fotografien meiner Tochter zu machen.

EJZ: Und Sie konnten Dieter Damschen dafür begeistern.

Gauster: Ja. Wir kannten uns schon länger. Unter anderem hatten wir über einige Jahre einen Wunderpunkt zur KLP in Trebel. Und obwohl ich gerne fotografiere, viele Bilder im Buch sind von mir, ging das als Mutter des Mädchens Hanna nicht alles.

Dieter Damschen (lacht): Beim Fernsehen sagt man immer: bloß keine Tiere oder Kinder. Hier hatten wir gleich beides. Aber es hat Spaß gemacht, auf einer familiären Basis. Sonst ist ja, wenn ich fotografiere, im Umkreis von drei Kilometern kein weiterer Mensch.

EJZ: Stephanie Gauster, erzählen Sie doch noch mehr zum Konzept des Buches.

Gauster: Zum einen betten die Jahreszeiten die Geschichte ein, geben dem Leser eine Struktur und lassen das Buch für kleine Kinder gut einteilen. Ich fand grundsätzlich die Idee toll, zu zeigen, wie ein Kind ein Jahr älter wird. Und dabei war es mir wichtig, diesem eine ältere Freundin zur Seite zu stellen. Schließlich sollte auch ein Buch über die Schönheit der Natur entstehen, von dem sich alle Generationen angesprochen fühlen.

EJZ: Es waren ja auch mehrere Generationen beteiligt.

Gauster: Richtig. Die Mimo in dem Buch, das ist meine Mutter. Es war klasse, dass ich damals auch sie für meine Idee begeistern konnte.

EJZ: Wann starteten Sie denn mit dem Buchprojekt?

Gauster: Tja, wie das Leben so spielt. Das ist schon fast zehn Jahre her. Damals war meine Tochter drei Jahre alt. Wir wollten natürlich alles in einem Jahr durchfotografieren. Allerdings wollte es nicht Winter werden. Und im Jahr darauf auch nicht. Und als wir endlich Schnee hatten, war meine Tochter schon zu groß.

Damschen: Da schwanden schon die Hoffnungen, wie man das Projekt abschließen könnte.

EJZ: Und was haben Sie dann gemacht?

Gauster (lacht): Das im roten Schneeanzug ist mein Sohn. Und auch mein drittes Kind hat es am Ende noch ins Buch geschafft. Weil im Fotojahr der Gartower See Blaualgen hatte. Und später habe ich mich doch für ein jüngeres Bild vom Rudower See mit der Kleinsten entschieden.

EJZ: Was sagt Ihre Älteste heute dazu, dass sie die Hauptfigur in einem Buch ist?

Gauster: Ich glaube, Sie findet das toll. Sie möchte es auf jeden Fall in der Schule zeigen. Es war mir auch wichtig, dass das Buch nicht zu kindlich ist.

EJZ: Wie war das Gefühl, nach so langer Zeit und dem intensiven Arbeitsjahr vor dem Erscheinen das fertige Buch in den Händen zu halten?

Gauster: Fast wie ein Abschied. Aber ich freue mich, dass wir das erste Kinderbuch für das Wendland gemacht haben. Und es ist gleichzeitig auch meine Hommage an den Gorleben-Widerstand. Die Mischung aus Natur und linker Kultur, die es im Wendland gibt - das ist wohl einzigartig in Deutschland.

Damschen: Ich bin wirklich zufrieden. Im letzten Schritt haben wir noch eine Menge Bilder aus meinem Bestand, die ich ohne große Hintergedanken mache, eingebaut. Weil sich dann noch Lücken zeigten, und sie dort einfach gut hineinpassen.

EJZ: Was möchten Sie den Lesern an die Hand geben?

Gauster: Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Bilder genießen können. Und dass das Buch Lust macht, selbst rauszugehen und das Wendland zu erkunden. Außerdem habe ich gemerkt, dass das Dichten mit Kindern sehr inspirierend ist. Es wäre toll, wenn die Leser auch Gefallen an Sprachspielen finden. Sie können auch laut singen.

Das Buch "Mein Wendland. Jahreszeiten - kunterbunt" ist im Verlag Köhring erschienen. Es ist dort sowie in allen Buchhandlungen zum Preis von 19,80 Euro erhältlich.

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