Online: 13.01.2017 - ePaper: 14.01.2017

Schneefall in Lüchow-Dannenberg sorgt für Schul- und Bahnausfall

Von Thomas Lieske
Lüchow. Für die Schulkinder war es ein Segen, für viele andere Lüchow-Dannenberger ein Fluch: Sturmtief Egon hat – wie prognostiziert – mit teils massivem Schneefall in der Nacht zu Freitag und am Freitagmorgen für reichlich Chaos gesorgt. Der Landkreis und die Samtgemeinden haben daraufhin entschieden, den Unterricht an allen Grund-, allgemein- und berufsbildenden Schulen im Landkreis ausfallen zu lassen. Auch in den Nachbarkreisen Uelzen und Lüneburg gab es keinen Unterricht. Die Straßenverhältnisse waren zu schlecht.
Das haben die Autofahrer pünktlich zum Berufsverkehr zu spüren bekommen. Zwar waren die Streudienste seit der Nacht im Dauereinsatz, kamen aber kaum hinterher. An vielen Orten bildete sich zeitweise sogar eine dicke Eisschicht auf den Straßen. So meldete die Polizei bereits am frühen Morgen einige Unfälle im Kreisgebiet. Zwischen Jeetzel und Klennow verlor die Fahrerin eines Renault die Kontrolle über ihren Wagen und rutschte gegen einen Baum. Sie blieb aber unverletzt. Nur wenige Minuten später kamen mehrere Lkw von der Fahrbahn ab und rutschten in den Seitenraum oder in Gräben: in Steine, bei Grabow und in Pudripp etwa. Bei Lüsen kam ein Smart von der Straße ab und rutschte auf die Seite. In Lüchow rutschte sogar ein Streufahrzeug der Stadt in den Graben.
Starke Verkehrsbehinderungen gab es vor allem in der Göhrde auf der Bundesstraße 216. Dort kamen etliche Lkw die Steigungen in beide Richtung nicht hinauf. Erst als die Streufahrzeuge die Straße ausreichend freigeschoben und gestreut hatten, ging es wieder voran. Das gleiche Szenario präsentierte sich in Bergen. Dort stand gegen 7 Uhr ein Dutzend Lastkraftwagen im Ort, weil die Steigung in Richtung Uelzen nicht zu schaffen war.
Insgesamt, sagte Polizeisprecher Kai Richter, sei es Gott sei Dank recht glimpflich im Straßenverkehr abgelaufen, was Personenschäden angeht. Und auch der Blechschaden hielt sich offenbar relativ in Grenzen. Bis zum Nachmittag registrierte die Polizei in Lüchow-Dannenberg, Uelzen und Lüneburg 18 Verkehrsunfälle, bei denen es meist nur bei Blechschäden blieb. Insgesamt kam es zu 44 Einsätzen, neben Unfällen kam es nämlich auch zu einigen Gefahrenstellen durch Schneebruch und querstehende Fahrzeuge, die die Polizei teilweise absichern musste.
Auch den Bahnverkehr hatte es erwischt. Wegen Schneebruchs musste die Wendland-Bahn kurz hinter Hitzacker halten und zurück in den Bahnhof fahren. Die Bahn richtete einen Schienenersatzverkehr ein. Der gilt bis voraussichtlich heute um 12 Uhr. Der nasse Schnee hatte nicht nur Bäume entlang der Bahngleise, sondern auch an vielen Straßen zu Fall gebracht. Besonders betroffen waren die Bundesstraße 493 zwischen Trebel und Gartow und die Bundesstraße 216 zwischen Metzingen und Göhrde. Dort musste die Straßenmeisterei zu einigen Einsätzen ausrücken.
Für einige Stunden galt eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes. Die wurde aber bereits am Morgen für Lüchow-Dannenberg wieder aufgehoben. Trotzdem kamen regional bis zu 15 Zentimeter Schnee innerhalb von wenigen Stunden herunter. So war wohl einer der meistgekauften Artikel in Baumärkten die Schneeschaufel. Bei Obi in Lüchow etwa war der Verkaufskasten am Mittag nahezu leer. Dagegen war Streusalz eher in Supermärkten gefragt, wo sich die Regale zur Mittagszeit in der Kreisstadt nahezu komplett leer präsentierten.
Neben all dem Stress für viele Erwachsene hatten die Kinder dank Sturmtief „Egon“ einen spaßreichen schulfreien Tag. Bei Schneeballschlachten, Schneemannbauen und Schlittenfahrten rutschten und rodelten sie fröhlich ins spontan verlängerte Wochenende.

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